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Nuntius Paolo Gualtieri (rechts) beim Papst Nuntius Paolo Gualtieri (rechts) beim Papst  (Vatican Media)

Papst in Madagaskar: Vorbereitungen laufen auf Hochtouren

Er kommt als „Sämann des Friedens und der Hoffnung“. So fasst die Bischofskonferenz von Madagaskar den Besuch von Papst Franziskus zusammen, der ihr Land am 7. und 8. September besuchen wird.

Mario Galgano und Antonella Palermo – Vatikanstadt

Madagaskar sei ein Land mit großem Potenzial, dessen Bevölkerung größtenteils aus jungen Menschen bestehe. Darauf weist im Gespräch mit Vatican News der Vatikanvertreter in dem Land, Erzbischof Paolo Gualtieri, hin. Der Nuntius erläutert uns, wie sich die Bevölkerung auf die Ankunft des Papstes vorbereite:

„Der Heilige Vater wird vom madagassischen Volk, auch von Nichtkatholiken, wegen seiner Nähe zu den Armen, die er sowohl in seinem Lehramt als auch in seinem Stil ständig ausdrückt, besonders geschätzt. Ich erinnere mich noch daran, dass der Präsident dieses Landes mich mit großer Freude begrüßte, als ich ihm das Beglaubigungsschreiben als Nuntius überreichte. Es sei ihm eine besondere Ehre, weil er den Botschafter Seiner Heiligkeit Franziskus empfangen würde.“

Zum Nachhören

Viele Jugendliche im Land

Von den rund 24 Millionen Einwohnern sind 53 Prozent unter 20 Jahre alt. Am Samstagabend, 7. September, wird der Papst mit jungen Menschen eine Vigil leiten. Er werde sie „sicherlich alle dazu einladen, voranzugehen, sich nicht entmutigen zu lassen“, so der Nuntius.

„Im ganzen Land gibt es große Erwartungen. Überall werden wir gefragt, wie die Vorbereitungen laufen, wie laufen die Arbeiten vor Ort, wo der Heilige Vater die Messe feiern wird. Am Ende jeder Messe, in allen Pfarreien der 22 Diözesen, in allen Bezirken, in allen Dörfern, auch in den abgelegensten, wird zur Vorbereitung auf den Besuch ein Gebet gesprochen. Die Bischöfe bestanden sehr darauf, dass der Besuch des Heiligen Vaters ein geistliches Ereignis wird. Darüber hinaus finden in allen Diözesen Katechese zum Thema Jesus Christus und die Kirche statt.“

Im Zeichen der Ökumene

Die Reise stünde auch im Zeichen der Ökumene, so der Apostolische Nuntius in Madagaskar weiter.

„Ein sehr schönes Element, auf das ich hinweisen möchte, ist, dass der Heilige Vater von allen erwartet wird, nicht nur von Katholiken, die alle auf den Papst warten, sondern auch von den anderen christlichen Kirchen und Gemeinschaften wie Anglikaner, Evangelikale und Calvinisten, und ich muss auch sagen von den muslimischen Gemeinschaften. Jeder ist an dem Besuch des Heiligen Vaters Franziskus interessiert. Die Leiter des Ökumenischen Rates der christlichen Kirchen kamen zur Nuntiatur, um ihren Wunsch zum Ausdruck zu bringen, den Heiligen Vater zu begrüßen, denn sie sagten mir, dass Papst Franziskus nicht nur der Papst der Katholiken, sondern auch ihr Papst sei. Tatsächlich werden die Leiter des Ökumenischen Rates der christlichen Kirchen den Heiligen Vater im Dom nach dem Treffen mit den Bischöfen begrüßen. Und auch die Führer der muslimischen Gemeinschaften haben ihren Wunsch geäußert, ihn zu begrüßen, und das wird auch stattfinden. Viele Muslime helfen uns bei den Vorbereitungen. Es ist eine wirklich schöne Sache.“

Kirche genießt großen Respekt

Die katholische Kirche des Landes genieße auch von Seiten der Nichtkatholiken großen Respekt, Achtung und moralische Autorität, so der Nuntius. Der Grund dafür sei auch, dass sich die Kirche in Madagaskar sehr sozial engagiere, vor allem im Bildungsbereich. Die meisten Schulen des Landes würden von Ordensgemeinschaften geleitet. Auch im Gesundheitssektor sei die Kirche sehr tätig mit Kliniken, Krankenhäusern, Apotheken, Behindertenzentren, Leprazentren, die über ganz Madagaskar verstreut seien und sowohl in den Städten als auch auf dem Land und sogar in Gebieten, die aufgrund fehlender Straßen sehr schwer erreichbar seien. In vielen Gebieten lebt die Bevölkerung unterhalb der Armutsgrenze, mit einer hohen Analphabetenrate, die 40 Prozent der Erwachsenen erreicht, mit einem Mangel an Trinkwasser, mit Straßen, die nicht befahren werden können, insbesondere während der Regenzeit, wo die einzige Verbindung durch die Diözese oder das nationale Radio vertreten wird.

(vatican news)

27 August 2019, 11:50