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Im Wortlaut: Predigt von Papst Franziskus in Rakowski

In der bulgarischen Stadt Rakowski hat Papst Franziskus an diesem Montag eine Messe gefeiert; dabei gingen rund 250 Kinder zur ersten heiligen Kommunion. Hier finden Sie den offiziellen Text der Predigt in vollem Wortlaut und offizieller deutscher Übersetzung.

„Liebe Brüder und Schwestern,
Christus ist auferstanden!

Ich freue mich, die Erstkommunionkinder wie auch ihre Eltern, Verwandten und Freunde zu begrüßen. An euch alle richte ich den schönen Wunsch, den man auch in eurem Land während dieser Osterzeit verwendet: „Christus ist auferstanden.“ Dieser Gruß ist der Ausdruck der Freude von uns Christen, den Jüngern Jesu; denn er, der aus Liebe das Leben am Kreuz hingegeben hat, um die Sünde zu vernichten, ist auferstanden und hat uns zu Söhnen und Töchtern Gottes des Vaters gemacht. Wir sind froh, weil er heute und immer unter uns lebt und gegenwärtig ist.

Ihr, liebe Jungen und Mädchen, seid aus allen Ecken dieses „Landes der Rosen“ hierhergekommen, um an einem wunderbaren Fest teilzunehmen, von dem ich sicher bin, dass ihr es niemals vergessen werdet: eure erste Begegnung mit Jesus im Sakrament der Eucharistie. Jemand von euch könnte mich fragen: Aber wie können wir Jesus begegnen, der vor so vielen Jahren gelebt hat und dann gestorben ist und ins Grab gelegt wurde? Es ist wahr: Jesus hat eine unendlich große Tat der Liebe vollbracht, um die Menschheit aller Zeiten zu retten. Er ist drei Tage lang im Grab geblieben, aber wir wissen – die Apostel und viele andere Zeugen, die ihn lebendig gesehen haben, haben es uns versichert – dass Gott, sein Vater und unser Vater, ihn auferweckt hat. Und jetzt ist Jesus lebendig und er ist hier mit uns, daher können wir ihm heute in der Eucharistie begegnen. Wir sehen ihn nicht mit diesen Augen, sondern wir sehen ihn mit den Augen des Glaubens.

„Die Erstkommunion ist vor allem ein Fest, in dem wir Jesus feiern“

Ich sehe euch hier mit weißen Gewändern bekleidet. Dies ist ein wichtiges und schönes Zeichen. Denn ihr tragt Festkleidung. Die Erstkommunion ist vor allem ein Fest, in dem wir Jesus feiern, der immer an unserer Seite bleiben wollte und sich niemals von uns trennen wird. Ein Fest, das dank unserer Eltern, unserer Großeltern, unserer Familien und Gemeinschaften möglich wurde, die uns geholfen haben, im Glauben zu wachsen.

Um hierher zu kommen, in diese Stadt Rakowski, habt ihr eine weite Strecke zurückgelegt. Eure Priester und Katecheten, die euren Glaubensunterricht betreut haben, haben euch auch auf dem Weg begleitet, der euch heute dazu führt, Jesus zu begegnen und ihn in eurem Herzen zu empfangen. Er hat eines Tages, wie wir im Evangelium von heute gehört haben (vgl. Joh 6,1-15), fünf Brote und zwei Fische wunderbar vermehrt und so den Hunger der Menge gestillt, die ihm gefolgt war und ihm zugehört hatte. Habt ihr bemerkt, wie das Wunder begonnen hat? Mit den Händen eines Kindes, das das brachte, was es hatte: fünf Brote und zwei Fische (vgl. Joh 6,9). Genauso helft ihr heute dabei, das Wunder zu vollbringen, dass wir alle hier anwesenden Erwachsenen an unsere erste Begegnung erinnert werden, die wir mit Jesus in der Eucharistie hatten, und ihm für diesen Tag danken können. Ihr erlaubt uns heute, erneut in festlicher Stimmung zu sein und Jesus zu feiern, der im Brot des Lebens gegenwärtig ist. Denn es gibt Wunder, die nur geschehen können, wenn wir ein Herz wie das eure haben, das fähig ist, zu teilen, zu träumen, zu danken, zu vertrauen und die anderen zu ehren. Zur Erstkommunion zu gehen bedeutet, jeden Tag immer mehr mit Jesus vereint sein zu wollen, in der Freundschaft mit ihm zu wachsen und sich danach zu sehnen, dass die anderen in den Genuss der Freude gelangen, die er uns geben will. Der Herr braucht euch, um das Wunder zu verwirklichen, mit seiner Freude viele von euren Freunden und Familienangehörigen zu erreichen.

„Es gibt Wunder, die nur geschehen können, wenn wir ein Herz wie das eure haben“

Liebe Jungen, liebe Mädchen, ich freue mich, diesen großen Augenblick zusammen mit euch zu begehen und euch zu helfen, Jesus zu begegnen. Ihr erlebt heute wirklich einen Tag im Geist der Freundschaft, der Freude und der Brüderlichkeit und Gemeinschaft unter euch und mit der ganzen Kirche, die, insbesondere in der Eucharistie, die brüderliche Gemeinschaft unter all ihren Gliedern zum Ausdruck bringt. Unser Personalausweis ist dies: Gott ist unser Vater, Jesus ist unser Bruder, die Kirche ist unsere Familie, wir sind Geschwister, unser Gesetz ist die Liebe.

Ich möchte euch ermutigen, immer mit dieser Begeisterung und Freude, die ihr heute habt, zu beten. Und denkt daran, dass dies das Sakrament der ersten Kommunion ist und nicht der letzten, denkt daran, dass Jesus immer auf euch wartet. Deshalb wünsche ich euch, dass heute der Beginn von vielen Kommunionen sei, damit euer Herz immer so wie heute sei, in festlicher Stimmung, erfüllt von Freude und vor allem von Dankbarkeit.“

Nachbemerkung: Im Anschluss an die Predigt führte der Papst mit den Erstkommunionkindern noch eine Art Frage-Antwort-Spiel durch; mehr dazu finden Sie hier.

(vatican news – sk)

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06. Mai 2019, 10:09