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Der Papst spricht bei der Drogenkonferenz im Vatikan Der Papst spricht bei der Drogenkonferenz im Vatikan  (Vatican Media)

Papst Franziskus an Anti-Drogenkonferenz: Gott wirft niemanden weg

Papst Franziskus sprach an diesem Samstag zu den Teilnehmern der Internationalen Konferenz „Drogen und Suchterkrankungen: Ein Hindernis für eine integrale menschliche Entwicklung“. Die mehrtägige Veranstaltung fand diese Woche im Vatikan statt.
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Christina Höfferer - Vatikanstadt

„Überall werden Gemeinschaften durch die aktuellen sozialen und kulturellen Veränderungen und durch Pathologien herausgefordert, die sich aus einem säkularisierten Klima ergeben, das vom konsumistischen Kapitalismus, der Selbstversorgung, dem Verlust von Werten, einer existentiellen Lücke und einer Schwächung von Bindungen und Beziehungen geprägt ist. Die Drogenabhängigkeit ist, wie oft betont wurde, eine offene Wunde in unserer Gesellschaft; ihre Opfer, die einmal gefangen genommen wurden, tauschen ihre Freiheit zur Versklavung gegen eine Abhängigkeit aus, die wir als chemisch definieren können,“ sagte Papst Franziskus.

Geschäfte mit dem Tod

Der Drogenkonsum sei sehr schädlich für die Gesundheit, das menschliche Leben und die Gesellschaft. Wir alle seien dazu aufgerufen, die Produktion, die Verarbeitung und den Vertrieb von Drogen weltweit zu bekämpfen. „Es ist die Pflicht und Verantwortung der Regierungen, diesen Kampf gegen diejenigen, die mit dem Tod Geschäfte machen, mutig aufzunehmen“, so der Papst.

Besonders riskant sei der virtuelle Raum. Auf einigen Internetseiten werden junge Menschen, und nicht nur die Jugendlichen, angelockt, was zu einem Verlust des Sinnes des Lebens und manchmal sogar des Lebens selbst führe.

Beunruhigendes Szenario

Angesichts dieses beunruhigenden Szenarios sehe die Kirche die dringende Notwendigkeit, in der heutigen Welt eine Form des Humanismus zu schaffen, die in der Lage ist, den Menschen wieder in den Mittelpunkt des sozialen, wirtschaftlichen und kulturellen Lebens zu stellen. Dieser Humanismus müsse auf dem „Evangelium der Barmherzigkeit“ beruhen. Dort fänden die Jünger Jesu die Inspiration für eine pastorale Tätigkeit, die sich als wirklich effektiv erweisen kann, um das immense Leiden zu lindern, zu pflegen und zu heilen, das mit verschiedenen Arten von Sucht verbunden ist, die in unserer Welt vorhanden sind.

Würde zurückgeben

„In einer Wegwerfgesellschaft wirft Gott niemanden weg. Für ihn ist niemand ersetzbar,“ betont Papst Franziskus. Die Kirche engagiert sich zusammen mit lokalen, nationalen und internationalen Institutionen und verschiedenen Bildungseinrichtungen in allen Teilen der Welt konkret für die Bekämpfung der Ausbreitung von Suchterkrankungen und stellt ihre Mittel für Prävention, Pflege, Rehabilitation und Wiedereingliederung zur Verfügung, um denjenigen, die sie verloren haben, ihre Würde zurückzugeben. 

„Die Bekämpfung von Suchterkrankungen erfordert eine gemeinsame Anstrengung verschiedener lokaler Gruppen und Agenturen bei der Verabschiedung von Sozialprogrammen zur Förderung der Gesundheitsversorgung, der Familienunterstützung und insbesondere der Bildung. In diesem Zusammenhang unterstütze ich uneingeschränkt den von dieser Konferenz geäußerten Wunsch nach einer besseren Koordinierung der Maßnahmen zur Eindämmung des Drogenmissbrauchs und der Sucht durch die Schaffung von Netzwerken der Solidarität und der Nähe zu denjenigen, die an diesen Krankheiten leiden,“ schloss der Papst.

(vatican news)
 

01 Dezember 2018, 13:16