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Angelus zum Marienfest: Es geht um das „hier bin ich“

Zum Hochfest der ohne Erbsünde empfangenen Jungfrau und Gottesmutter Maria betete der Papst auf dem Petersplatz den Angelus. In seiner Katechese ging er auf den Umgang mit der Sünde ein.

Mario Galgano – Vatikanstadt

In der Bibel werden Menschen beschrieben die Gott Nein sagten, wie beispielsweise in der Ersten Lesung (Gen 3, 9-15.20) an diesem Samstag. Da gehe es um Adam, der nach der Sünde von Gott gefragt wird: „Wo bist du?“. Diesem Nein zu Gott wird im Tagesevangelium (Lk 1, 26-38) ein Ja zu Gott gegenübergestellt, und zwar jenes von Maria, die bei der Verkündigung Ja zu Gott sagt.

Zum Nachhören

Sie sei ohne Sünde und habe bescheiden geantwortet: „Siehe, ich bin die Magd des Herrn“ (Lk 1,38). Das sei das Gegenteil vom Versteckspiel, das Adam mit Gott getrieben habe. Die Sünde isoliere, das Ja-Sagen hingegen öffne hin zu Gott, resümierte der Papst.

Dieses „Hier bin ich“ sei das Schlüsselwort im Leben. Es markiere den Übergang von einem „horizontalen Leben“, das sich auf sich selbst und seine eigenen Bedürfnisse konzentriert, zu einem „vertikalen Leben“, das auf Gott zusteuere, erläuterte der Papst.

Zur Verfügung stehen

„Hier bin ich“ heiße, „dem Herrn zur Verfügung zu stehen“. Dies sei die Heilung des Egoismus. Mit diesem Zugehen auf Gott werde ein Gegenmittel für ein unbefriedigendes Leben geschenkt. Ansonsten lebe man ein Leben, bei der immer etwas fehlt.

„Hier bin ich“ sei das Mittel gegen das Altern durch die Sünde, es sei also eine Therapie, im Inneren jung zu bleiben, sagte der Papst vor tausenden Gläubigen auf dem Petersplatz.

„Hier bin ich“ bedeute auch zu glauben, „dass Gott mehr zählt als mein Ego“. Es sei die Wahl, auf den Herrn zu setzen, „der zärtlich ist in seinen Überraschungen“.

„Ihm zu sagen, dass ich hier bin, ist also die größte Lobpreisung, die wir geben können. Warum beginnen wir den Tag nicht so? Es wäre schön, jeden Morgen zu sagen: „Hier bin ich, Herr, heute geschehe mir nach deinem Willen“, so der Papst weiter.

Dann erläuterte er, dass man im Gebet des Angelus genau dies wiederhole: „Hier bin ich, Herr, heute geschehe mir nach deinem Willen!“

Mir geschehe, wie du es gesagt hast

Was Maria hinzugefügt habe, sei das „Mir geschehe, wie du es gesagt hast“, erläuterte der Papst in seiner Katechese zum Tagesevangelium. Sie habe nicht gesagt: „Wie ich gesagt habe“, hob der Papst hervor. Nein, sie sagte: „Wie du gesagt hast“, wiederholte Franziskus. Auf diese Weise habe sie Gott keine Grenzen gesetzt. Sie habe nicht gedacht, Gott nur ein wenig Zeit zu widmen und dann wieder das zu tun, was sie wolle. „Nein, Maria liebt den Herrn nicht, in der Kürze eines Schluckaufs. Sie liebt, indem sie Gott in allem und jedem vertraut“, so der Papst. Das sei das Geheimnis des Lebens. Jeder, der Gott in allem vertraue, könne dies ebenfalls tun.

„Aber der Herr, liebe Brüder und Schwestern, leidet, wenn wir ihm als Adam antworten: ,Ich habe Angst und ich habe mich verborgen´. Gott ist Vater, der mildeste aller Väter, und wünscht das Vertrauen seiner Kinder. Wie oft verdächtigen wir ihn, wir denken, dass er uns Beweise schicken kann, uns unserer Freiheit beraubt, uns verlässt. Aber das ist eine große Täuschung, es ist die Versuchung des Teufels: Misstrauen gegenüber Gott zu wecken. Maria überwindet diese erste Versuchung mit ihrem „hier bin ich“. Und heute schauen wir uns die Schönheit der Muttergottes an, die ohne Sünde geboren und gelebt hat, immer fügsam und offen für Gott.“

Das bedeute aber auch nicht, dass das Leben für sie einfach gewesen war. Denn mit Gott zusammen zu sein, löse die Probleme nicht auf magische Weise, erläuterte der Papst. Der Abschluss des Tagesevangeliums erinnere uns daran, so der Papst: „Der Engel ist von ihr gegangen.“ Der Engel habe die Jungfrau in einer schwierigen Situation allein gelassen, obwohl er wusste, wie sie die Mutter Gottes werden würde. Doch der Engel hatte es nicht erklärt. Und die Probleme begannen sofort: „Denken wir an die aus damaliger Sicht nicht rechtmäßige Lebenssituation zwischen Maria und Josef, an die Qualen des heiligen Josef, an die umgeworfenen Lebenspläne, an das, was die Menschen damals über sie gesagt hatten.“

Maria hat sich Gott anvertraut

Aber Maria habe Gott vertraut angesichts all dieser Probleme. Und sie habe sich anvertraut, denn sie sei sich sicher gewesen, dass mit dem Herrn, „wenn auch unerwartet, alles in Ordnung sein wird“.

„Hier ist ihre kluge Einstellung: Lebe nicht abhängig von den Problemen – wenn eines erledigt ist, kommt ein anderes! - aber auf Gott vertrauend und mich Gott jeden Tag anvertrauend: „Hier bin ich!“ Bitten wir die Unbefleckt Empfangene um die Gnade, so zu leben.“

(vatican news)

08 Dezember 2018, 12:31