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Ein Bild der honduranischen Migrantenkampagne, die derzeit durch Mexiko zieht Ein Bild der honduranischen Migrantenkampagne, die derzeit durch Mexiko zieht  (AFP or licensors)

Papst ruft zu gemeinsamem Einsatz für Global Compacts auf

Mit einer langen Botschaft hat sich Papst Franziskus an diesem Samstagabend an das VIII. Weltforum zu Migration gewandt. Dieses findet vom 2. bis 4. November in Mexiko statt. „Migrieren, durchhalten, aufbauen und verändern” ist das Thema der diesjährigen Initiative. Im Jahr 2011 aus der Taufe gehoben, will das Forum gerechtere und solidarischere Gesellschaften weltweit fördern.

Um eine radikale Wende in unseren Gesellschaften herbeizuführen, sei es notwendig, „alle Ungerechtigkeiten abzulehnen, die heute ihre Rechtfertigung in der ,Wegwerfkultur‘ suchen – eine ,pandemische‘ Krankheit der heutigen Welt“. Mit diesen Worten wendet sich Papst Franziskus an die Teilnehmer des Forums, das noch bis zum 4. November in Mexikos Hauptstadt tagt.

Dieser Widerstand sei nötig, so Papst Franziskus weiter, um denen eine Stimme zu geben, die keine hätten:

„Dieser Widerstand bietet sich als erster Akt von Gerechtigkeit an, besonders dann, wenn es ihm gelingt, den ,Stimmlosen‘ eine Stimme zu geben. Und unter diesen letzten sind Migranten, Flüchtlinge und Vertriebene, die ignoriert, ausgenutzt, vergewaltigt und misshandelt werden, im schuldbeladenen Schweigen von Vielen.“

Richtlinien entwickeln, um Verantwortlichkeiten festzuschreiben

Doch es genüge nicht, so der Papst weiter, Misshandlungen anzuzeigen, vielmehr sei es nötig, Richtlinien zu entwickeln, mit denen klare Verantwortlichkeiten zugewiesen werden könnten. „Auf dem Feld der Migration nährt sich die Transformation von der Widerstandkraft der Migranten, Flüchtlinge und Vertriebenen und nutzt ihre Fähigkeiten und Bestrebungen, um ,inklusive, gerechte und solidarische Gesellschaften‘ zu schaffen, ,die fähig sind, denjenigen Würde zurückzugeben, die mit großer Unsicherheit leben und keine bessere Welt erträumen können.‘“ (Botschaft an den Präsidenten des World Economic Forum, 23.-26. Januar 2018)

Sieben Punkte im Fokus des Forums

Das Forum betrachtet sieben Schwerpunkte, die direkt mit dem Phänomen der Migration zusammenhängen: Menschenrechte, Grenzen, politische Verteidigung, Kapitalismus, Gender, Klimawandel und transnationale Dynamiken. In diesem Zusammenhang betont der Papst die Wichtigkeit der Beratungen, die derzeit bei den Vereinten Nationen laufen und die Ende 2018 zur Verabschiedung von Abkommen führen sollen, die die Migration regeln und die Flüchtlingsfrage behandeln. Auch die Migranten- und Flüchtlingssektion des vatikanischen „Entwicklungsdikasteriums“ habe mit 20 Aktionspunkten ihren Beitrag zu den Beratungen über die Global Compacts geleistet, erinnert der Papst. Viele der 20 Punkte drehten sich um vier Verben, so Franziskus:

„Aufnehmen, schützen, fördern und integrieren, die die synthetische Antwort auf die Herausforderungen darstellen, vor denen sich die politische Gemeinschaft, die Zivilgesellschaft und die Kirche angesichts des heutigen Migrationsphänomens sehen.“

Einsatz aller nötig

 

Doch um die Einführung der Vorschläge und Empfehlungen zu erreichen, die in den Global Compacts enthalten seien, so die Aufforderung des Papstes, brauche es den Einsatz aller Parteien: „Wie für jede Aktion mit weltweiter Tragweite“ sei „die Koordinierung des Einsatzes aller Parteien, unter denen, dessen kann man sich sicher sein, auch die Kirche immer präsent sein wird“ unerlässlich. „Ich hoffe, zu diesem Ziel auf die Mitarbeit aller von euch und der Vereinigungen, die ihr in diesem Forum vertretet, zählen zu können“, betont Franziskus. Diese Zusammenarbeit sei auch auf dem Gebiet der Migration nötig, „um die bilateralen und mulitlateralen Abkommen zur Migration zu verbessern, die stets mehr Vorteile für alle bringen: Migranten, Flüchtlinge, Vertriebene, ihre Familien, ihre Herkunftsgesellschaften und die Gesellschaften, die sie aufnehmen. Dies kann nur durch einen transparenten, ehrlichen und konstruktiven Dialog zwischen allen Beteiligten geschehen, unter Achtung der jeweiligen Rollen und Verantwortlichkeiten.“

Bitte um Hilfe bei der Verbreitung zentraler Punkte

Er wolle insbesondere die Organisationen der Zivilgesellschaft und die Volksbewegungen dazu ermuntern, die Punkte der Global Compacts zu verbreiten, die „auf eine menschliche ganzheitliche Förderung von Migranten und Flüchtlingen“ zielten. „Dieselben Organisationen und Bewegungen sind eingeladen, sich für eine gerechtere Verteilung der Verantwortlichkeiten bei der Unterstützung von Asylbewerbern und Flüchtlingen einzusetzen. Das ist auch zweckdienlich für die frühzeitige Erkennung von Opfern von Menschenhandel, um sie zu befreien und zu rehabilitieren.“

(vatican news - cs/em)

03 November 2018, 11:02