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Vatican News
Im Jahr 2017 feierte der Papst die Heilige Messe zu Allerseelen auf dem Soldatenfriedhof in Nettuno Im Jahr 2017 feierte der Papst die Heilige Messe zu Allerseelen auf dem Soldatenfriedhof in Nettuno  (Servizio Fotografico "Osservatore Romano")

Allerseelen: Zum ersten Mal besucht ein Papst den Friedhof Laurentino

Zum Allerseelenfest will Papst Franziskus den römischen Friedhof Laurentino besuchen. Um 16.00 Uhr wurde er für die Allerseelenmesse erwartet; davor wollte er der ungeborenen Kinder gedenken, die dort bestattet sind. Bei seiner Ankunft wurde Papst Franziskus durch den römischen Kardinalvikar Angelo De Donatis, den Weihbischof des Südsektors, Paolo Lojudice, sowie den Kaplan der Friedhofskapelle, Claudio Palma, empfangen.

Laurentino ist der vierte römische Friedhof, den Papst Franziskus anlässlich seines Gedenkens an die Toten an Allerseelen besuchte. In den Jahren 2013, 2014 sowie 2015 feierte er die Messe am Eingang des Campo Verano, des größten der elf Friedhöfe Roms. Im Jahr 2016 leitete er die Feierlichkeiten in Prima Porta. Vergangenes Jahr entschied sich Franziskus für den amerikanischen Friedhof Nettuno, auf dem die US-amerikanischen Soldaten, die während des Zweiten Weltkrieges in Italien starben, begraben sind. Danach hielt sich Franziskus zum Gebet an der Gedenkstätte der Ardeatinischen Höhlen auf. In dem Tunnelgewölbe wurden im März 1944 335 italienische Zivilisten von deutschen Besatzungstruppen erschossen. In diesem Jahr findet die Messe am südlichen Stadtrand von Rom statt.

In der extremen südlichen Peripherie Roms

Jenseits des Autobahnrings Grande Raccordo Anulare, in Trigoria, liegt der Friedhof im Herzen der römischen Landschaft. Der Friedhof Laurentino wurde am 9. März 2002 vom damaligen Kardinalvikar Camillo Ruini eingeweiht und ist somit der jüngste der drei großen römischen Friedhöfe Verano, Prima Porta und Laurentino.

Am 4. Januar 2012 wurde auf der Begräbnisstätte der „Garten der Engel“ eingeweiht: eine Grünfläche von rund 600 Quadratmetern, die der Bestattung von Kindern gewidmet ist, die aufgrund eines freiwilligen oder ungewollten Schwangerschaftsabbruchs nie geboren wurden. Umgeben ist der Garten von einer Hecke aus weißen Kamelien; symbolisch bewachen zwei große Engelsstatuen aus Marmor, ein Symbol für Unschuld und Reinheit, den Eingang.


Die Kapelle des Auferstandenen Jesus

Laurentino ist der einzige Friedhof der Hauptstadt mit einer derartigen Begräbnisstätte, genauso wie der einzige mit einer eigenen Kapelle. Die Kapelle des Auferstandenen Jesus wurde 2012 eingeweiht. Die Segnungsmesse der Andachtsräumlichkeit wurde am 1. November vom damaligen Kardinalvikar Agostino Vallini geleitet. Die kreisförmige Kapelle bietet mit ihrer Fläche von etwa 220 Quadratmetern 140 Andachtsgästen Platz und verfügt über einen großen Park.


Papstprogramm auf dem Friedhof Laurentino

Der Papst fährt um 15.15 Uhr von seinem Vatikandomizil Santa Marta aus los, um 15.45 Uhr wird er am Friedhof Laurentino erwartet. Danach ist ein kurzer Aufenthalt beim ,,Garten der Engel“ geplant. Im Anschluss um 16.00 Uhr steht er der Heiligen Messe zum Gedenken an die Toten vor der Kapelle des Auferstandenen Jesus vor.

Zum Nachhören

Es handelt sich bei dem Friedhof um einen „Ort des Gebetes“, an dem man insbesondere an Allerseelen an die Bedeutung des Lebens erinnert werde, erklärte uns im Vorfeld des Papstbesuches der Kaplan der Friedhofskapelle, Claudio Palma.

„Ich bin allein, denn hier gibt es keine Pfarrei, nur die Bestatteten. Die Menschen kommen zum Gebet auch unter dem Jahr; wir feiern auch manche Messen, aber es besteht kein direkte Beziehung zu den Gläubigen wie in einer Pfarrei.“

Dennoch seien die Messen gut besucht, insbesondere am 1. November, an Allerheiligen, kämen normalerweise um die 400 Menschen, nur dieses Jahr seien es aufgrund des Starkregens nur etwa 80 Gläubige gewesen, die den Weg auf den Friedhof gefunden hätten, erzählt der Kaplan. Bei der Trauerbewältigung helfe den Christen vor allem eines: „An das Leben denken, denn der Papst kommt in dem Bewusstsein hierher, dass es hier den ,Garten der Engel' gibt. In Rom ist es der einzige Ort, an dem es einen Bereich für die abgegangenen Föten gibt, normalerweise sind sie spontan abgegangen, von den anderen weiß man nicht so recht, wo sie landen. Der Papst wollte aus diesem Grund kommen: den Wert des Lebens unterstreichen.“

(vaticannews/kap - hs)
 

02 November 2018, 14:03