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Zur Jugendsynode: Papst spricht 19-jährigen Arbeiter heilig

Nicht nur einen Papst, einen Bischof und eine deutsche Ordensgründerin wird der Papst am 14. Oktober, also während der Jugend-Bischofssynode im Vatikan, heiligsprechen. Wie Franziskus am Donnerstag selbst bekanntgab, wird er auch einen Jugendlichen zur Ehre der Altäre erheben: den 1836 verstorbenen italienischen Schmied Nunzio Sulprizio. Er starb mit 19 Jahren an Knochenkrebs. Sein Leid ertrug er im Glauben.

Mario Galgano – Vatikanstadt

Bei einem Konsistorium mit den Kurienkardinälen gab Papst Franziskus an diesem Donnerstag bekannt, dass er die Heiligsprechung von Nunzio Sulprizio vornehmen werde. Nicht einmal 15 Minuten dauerte die Zeremonie im Vatikan, doch in seinen knappen Worten auf Latein würdigte Franziskus die Willenskraft des jungen Italieners. Die Kongregation für die Selig- und Heiligsprechungen habe Sulprizio als „Beispiel der Heiligkeit für die Jugend“ vorgeschlagen.

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Nunzio Sulprizio kam am 13. April 1817 in der Nähe von Pescara in Süditalien zur Welt. Sein Vater war Schuhmacher, seine Mutter arbeitete als Spinnerin. Er verlor beide noch im Kindesalter. Der erziehungsberechtigte Onkel nahm ihn von der Schule und schickte ihn in seine Schmiede, wo er ihn Schwerarbeit verrichten ließ.

“ Wenn wir eine Weile leiden, werden wir im Paradies jubeln ”

Mit einer schwierigen Wundbrand-Erkrankung gelangt der junge Arbeiter ins Krankenhaus für Unheilbare in Neapel. Die Schmerzen opferte er dem Herrn auf. Von ihm ist die Aussage überliefert: „Jesus hat so viel für uns gelitten, und das ewige Leben, das wir haben werden, ist sein Verdienst. Wenn wir eine Weile leiden, werden wir im Paradies jubeln."

Der Jugendliche vertraute sich der Vorsehung an. In Neapel traf er einen Oberst, einen tiefgläubigen Mann, der ihn behandelte wie einen Sohn. Nunzios Gesundheit verbesserte sich, er widmete sich nun seinerseits den Kranken und versuchte sie zu trösten. Wenig später erkrankte Nunzio an Knochenkrebs. Er starb unter tapfer ertragenem schweren Leid am 5. Mai 1836, kurz nach seinem 19. Geburtstag.

Sein Grab wurde zum Wallfahrtsort. Am 1. Dezember 1963 sprach Papst Paul VI. den jungen Arbeiter selig. Er bezeichnete ihn als „Vorbild für Jugendliche“, vor allem wegen seines Umgangs mit dem Leid. 

Bei der Heiligsprechung am 14. Oktober werden demnach Paul VI., Oscar Romero, Nunzio Sulprizio sowie weitere vier Gläubige heiliggesprochen. Es handelt sich um zwei italienische Priester Francesco Spinelli (1853-1913) und Vincenzo Romano (1751-1831), sowie die spanische Missionarin Nazaire der Heiligen Therese von Jesus (1889-1943). Auch eine deutsche Ordensgründerin wird am selben Tag heiliggesprochen: Maria-Katharina Kasper (1820-1898).

(vatican news)

19 Juli 2018, 12:47