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Vatican News
Papst Franziskus und der Schweizer Bundespräsident Alain Berset im Gespräch Papst Franziskus und der Schweizer Bundespräsident Alain Berset im Gespräch  (ANSA)

Papst in Genf: Schweizer Bundespräsident sprach über Flüchtlingskrise

Die Schweiz und der Heilige Stuhl können gemeinsam sehr viel für die Achtung der Menschenrechte unternehmen. Das betonte der Schweizer Bundespräsident, Alain Berset, im Gespräch mit Vatican News. Er hatte den Papst am Donnerstagmorgen am Flughafen in Genf empfangen und mit ihm ein Gespräch geführt. Im Anschluss sprach unser Kollege Mario Galgano mit Berset.
Hier das Interview zum Nachhören

Vatican News: Herr Bundespräsident, Sie waren der erste Schweizer, der an diesem Donnerstag den Papst in Genf empfangen hat. Wie war dieses Treffen?

Berset: Es war für mich sehr beeindruckend. Es war ein sehr interessantes Gespräch zu verschiedenen Themen. Wir haben festgestellt, dass wir sehr ähnliche Werte teilen und zwar was die Menschenrechte und die Friedensförderung und humanitäre Hilfe betrifft. Das ist das, was wir in der Schweiz seit langem schon fördern. Das ist auch ein Grund, weshalb der Papst Genf besucht. Es geht also nicht nur um den ökumenischen Weltkirchenrat. Es war dem Papst auch ein Anliegen, mit der Schweiz ein bilaterales Treffen zu haben, um das Engagement der Schweiz zu unterstreichen.

VN: Haben Sie mit dem Papst auch über das Thema Flüchtlinge und Migranten gesprochen?

Berset: Ja, denn wir haben derzeit weltweit sehr viele Krisen diesbezüglich. Es braucht ein Engagement, um diese Krisen zu beseitigen. Auch die Migrationsfrage war ein Thema. Es ging aber nicht nur um die Flüchtlingskrise in Europa sondern auch um das, was in Bangladesch und Myanmar geschieht. Der Papst war ja im Januar dort und ich im Februar. Wir haben über unsere Eindrücke gesprochen.

VN: Die Schweizergarde, also junge Schweizer, die für die Sicherheit des Papstes zuständig sind, war bestimmt auch ein Gesprächsthema.

Berset: In der Tat war das so. Ich war sehr erfreut darüber, dass der Papst sehr positiv über die Schweizergarde gesprochen hat. Die Schweizergarde ist für uns eine sehr wichtige Institution, die die langjährige und tiefgründige Beziehung zwischen dem Papstum und der Schweiz aufzeigt. Die Garde genießt auch eine große Unterstützung in der Schweizer Bevölkerung.

 

Auch Friedenslösungen für den Nahen Osten waren Thema

 

Bei ihrem Gespräch auf dem Genfer Flughafen am Donnerstag hätten Papst Franziskus und der Schweizer Bundespräsident beide eine solidarische und gesamteuropäische Flüchtlingspolitik angemahnt, hieß es anschließend in einem Kommunique der Schweizer Bundesregierung. Laut Mitteilung erörterten Berset und Franziskus Fragen der globalen Friedens- und Sicherheitspolitik. Sie würdigten demnach die ausgezeichneten bilateralen Beziehungen zwischen der Schweiz und dem Heiligen Stuhl sowie die zahlreichen Berührungspunkte in den Bereichen Friedenspolitik, Menschenrechte, nachhaltige Entwicklung und in humanitären Fragen. Ein wichtiges Thema sei insbesondere die Suche nach Friedenslösungen für die Konfliktgebiete im Nahen Osten sowie die Lage religiöser Minderheiten, unter anderem in Myanmar gewesen, hieß es weiter. Der traditionsreiche Dienst der Schweizergarde im Vatikan sei bis heute Ausdruck der Verbundenheit zwischen der Schweiz und dem Heiligen Stuhl.

(vatican news/kna - mg/pr)

21 Juni 2018, 13:47