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Der Papst in Tor Vergata, zur Feier des Geburtstages des Neokatechumenalen Weges Der Papst in Tor Vergata, zur Feier des Geburtstages des Neokatechumenalen Weges 

Der Liebe Gottes eine Stimme geben: Papst trifft Neokatechumenalen Weg

„Mission bedeutet das zu geben, was wir empfangen haben“: Papst Franziskus würdigt den Neokatechumenalen Weg in einer Dankfeier zum 50-jährigen Bestehen in Italien. Das Treffen in Rom war international, 150.000 Menschen wurden erwartet, 60.000 allein aus Italien.

P Bernd Hagenkord - Vatikanstadt

Gemeinsam wolle man danken, so Papst Franziskus in seiner Ansprache: danken für 50 Jahre des „Weges“, wie die Gemeinschaft sich abgekürzt nennt, Dank auch für jeden Einzelnen, aber vor allem Dank für Gott. „Seine Güte hängt nicht von uns ab, was auch immer wir tun, Gott liebt uns und ist treu“, so der Papst.

 

Aussendung von Familien

 

Einer der Höhepunkte der Feier war die Aussendung von neuen Familien als Verkünder. Der Neokatechumenale Weg entsendet Missionare, Verkündiger und Katecheten, sei es in bestehende Pfarreien, sei es - in etwas größeren Gruppen - auch in Gegenden, in denen kirchliche Strukturen nicht bestehen. 34 solcher Aussendungen fanden während der Feier statt, dazu 25 weitere, die in Stadtrandpfarreien Roms gehen.

Mission, ausgesandt sein, das bedeute der Liebe Gottes eine Stimme zu geben und zu sagen, dass Gott Gutes will und unser nie leid wird. „Mission bedeutet das zu geben, was wir empfangen haben“, so der Papst zu den versammelten Mitgliedern der Gemeinschaft.

“ Im Leben gibt es viele Versuchungen dazu, doch zu bleiben und kein Risiko einzugehen, dich damit zufrieden zu geben, eine Situation unter Kontrolle zu haben. ”

Das bedeute aufbrechen. „Im Leben gibt es viele Versuchungen dazu, doch zu bleiben und kein Risiko einzugehen, dich damit zufrieden zu geben, eine Situation unter Kontrolle zu haben“, gab der Papst den Familien mit. „Aber das ist nicht der Weg Jesu. Er sendet uns, ‚geht!’ Er macht keine halben Sachen. Er duldet keine reduzierten Reisekosten oder rückerstattete Preise, er sagt seinen Jüngern – und zwar allen Jüngern – nur dieses eine Wort: ‚geht!‘.“ Diese Wort klinge auch heute noch im Leben der Christen nach: auf der Suche sein nach dem Bruder und der Schwester, welche die Freude der Liebe Gottes noch nicht kennen.

 

„Man muss den Hausrat zurücklassen“

 

Aber wie geht das, Mission, aufbrechen, gehen? „Man muss beweglich sein“, so der Papst, „man muss den ganzen Hausrat  daheim lassen.“ Franziskus griff auf das Beispiel des Volkes Israel zurück, das Gott in die Wüste führte, in die Freiheit, nur mit kleinem Gepäck, aber im Vertrauen auf den Herrn.  Genauso habe es Jesus selber auch getan, auch er hatte keinen Ort, wo er sein Haupt betten konnte, wie der Evangelist Lukas es ausdrückt.

„Den gleichen Stil erwartet Gott von den Seinen. Um zu gehen, muss man leicht sein. Um zu verkünden, muss man zurücklassen.“ Nur eine Kirche, die sich trennt von der Macht des Geldes, die frei ist von Triumphalismus und von Klerikalismus, könne in der Welt glaubhaft verkünden, dass Christus die Menschen befreit habe, so der Papst. Genau das sei der Schatz, den man gewinne: die Freiheit.

 

Freiheit

 

‚Geht!‘, dieses Wort habe aber noch eine weitere Bedeutung, schließlich sei es im Plural gesprochen. Nicht dem Einzelnen sei es gesagt, sondern den Jüngern gemeinsam. „Wirklich gesandt ist jemand nie allein, sondern ihr geht zusammen“, so der Papst. „Und gemeinsam gehen ist die Kunst des immer gemeinsam Lernens.“ Dem anderen nicht den Schritt vorgeben, aufmerksam sein, sehen dass die Wege nicht immer identisch seien, das gehöre dazu.

 

Hintergrund:

Die Gemeinschaft des Neokatechumenalen Wegs versteht sich als Prozess, als fortschreitende Katechese und Eingliederung in Glauben und Kirche. Francisco  Josè Gomez  Argüello (genannt „Kiko”) und Carmen  Hernández begannen 1964 unter den Armen Madrids die Bewegung, die auf den drei Säulen Liturgie, Katechese und Gemeinschaftsleben ruht. Wie die heilige Familie von Nazareth wollen sie leben, in „Demut, Einfachheit und Gotteslob“.

Die Päpste haben den Weg immer unterstützt, vor allem der heilige Johannes Paul II. war ein großer Förderer. Papst Benedikt XVI. sprach vor zehn Jahren die offizielle Anerkennung des Neokatechumenalen Wegs als Laiengemeinschaft aus.

(vatican news)

05 Mai 2018, 11:00