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Papst: Jeder ist berufen, heilig zu sein

Jeder soll in der Liebe leben, erinnerte der Papst am Sonntag beim Regina Coeli auf dem Petersplatz. In seiner Katechese vor dem Mittagsgebet ging der Papst auf das Tagesevangelium „vom wahren Weinstock“ (Joh 15,1-8) ein.

Mario Galgano – Vatikanstadt

Im Johannesevangelium wird Jesus beim Letzten Abendmahl zitiert und zwar mit den Worten: „Wer in mir bleibt und in wem ich bleibe, der bringt reiche Frucht.“ Dazu kommentierte der Papst, dass der Weinstock, auf den Jesus eingehe, eine Pflanze sei, die nur dann Frucht hervorbringe, wenn sie sich mit den Reben vereine. Diese Beziehung beschreibe das christliche Leben treffend, denn nur in Verbindung mit Gott, der die Liebe sei, könne es ein fruchtbares Leben geben.

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Die Beziehung zu Gott müsse auf diese Weise geführt werden. Wie die Weinreben, die mit den Zweigen verbunden seien, müsse ein jeder Gläubige mit dem Herrn vertraut sein, „damit die Früchte des neuen Lebens“ entstehen könne. Das führe auch zu den Früchten der Barmherzigkeit, der Gerechtigkeit und des Friedens.

Das sei auch das Leben der Heiligen gewesen, so der Papst weiter. Sie hätten „das christliche Leben voll gelebt“, indem sie dem Zeugnis der Liebe gefolgt seien. Heiligen seien „Reben des Lebens des Herrn“ gewesen.

Es sei nicht nötig, „Bischof, Priester, Ordensmann oder Ordensfrau zu sein“, um ein Heiliger zu sein. „Wir sind alle berufen, heilig zu sein, indem wir in der Liebe leben und im täglichen Tun unser persönliches Zeugnis ablegen, jeder an dem Platz, an dem er sich befindet“, erläuterte der Papst.

Egal was man tut, ob bei der Arbeit, in der Familie oder in einer Gemeinschaft, jeder kann heilig werden, wenn er dies als Begegnung mit dem Herrn betrachte und danach vorgehe.

 

Siebenmal „bleiben“

 

In der Passage aus dem Johannesevangelium sei hervorzuheben, dass das Verb „bleiben“ siebenmal wiederholt werde. Zahlen und Wörter seien in der Bibel keine Zufälle. Was die Bibelstelle aussagen wolle, sei der Hinweis für jeden, beim Herrn zu bleiben. Gleichzeitig müsse man aber aus sich selbst hinausgehen, fuhr Franziskus fort. Man müsse bereit sein, die geschützten Räume und den Komfort aufzugeben und stattdessen das christliche Zeugnis in die Welt hinauszutragen. Wer glaubt, der habe Mut, weil er weiß, dass der Heilige Geist ihn immer begleite.

Die Frucht des Glaubens sei die Nächstenliebe. Denn wer seine Geschwister liebe, indem er sich selbst verleugnet – also in den Hintergrund stellt – der mache das, was Jesus selber für uns tat: bis zur letztmöglichen Folge einen Menschen lieben. Doch Jesus habe das nicht „durch Strategien“ gemacht. Es handele sich um eine Hingabe, bei der man viel mehr zurückbekomme, als man zu verlieren meint. Keine gesellschaftliche oder ideologische Anforderungen seien diesbezüglich nötig. Es reiche, Jesus zu begegnen, offen für ihn zu sein. Denn er „ist unserer Weinstock“, der das Leben schenkt.

29 April 2018, 12:54