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Frühmesse Frühmesse  (© Servizio Fotografico L'Osservatore Romano)

Frühmesse: Nachdenken über meinen Tod

Das Evangelium fordert uns dazu auf, über die letzten Dinge, den Tod und das Kommen des Gottesreiches nachzudenken. Das sagte Papst Franziskus an diesem Freitag bei seiner Frühmesse in der Casa Santa Marta im Vatikan. Wir alle seien an unseren Alltag gewöhnt, an Aufgaben, Termine, Arbeit – und wir dächten wohl, so gehe das immer weiter. Doch eines Tages, so der Papst, wird Jesus uns auf einmal zurufen: „Komm!“ Und das werde dann eine Überraschung sein – für die einen mehr, für die anderen weniger.

Es sei wichtig, dass Christen ihren Alltag immer mal wieder unterbrächen, um an ihren eigenen Tod zu denken, insistierte der Papst. Dazu könne zum Beispiel ein Gang über den Friedhof dienen.

„Heute sagt die Kirche, sagt der Herr mit der ihm eigenen Güte zu jedem von uns: Halte ein! Halte ein – nicht alle Tage werden so ablaufen. Gewöhn dich nicht daran, als wäre das die Ewigkeit. Es wird einen Tag geben, da wirst du herausgegriffen. Das Andere wird bleiben, aber du wirst herausgegriffen. Zum Herrn gehen; daran denken, dass unser Leben endlich ist. Das tut gut.“

Man könne doch zum Beispiel jeden Morgen, bevor man zur Arbeit gehe, einmal kurz denken: „Das ist ja heute vielleicht der letzte Tag, ich weiß es nicht – jedenfalls werde ich meine Arbeit heute gut machen.“ Und dasselbe ließe sich doch auch im Umgang mit der Familie tun, oder wenn wir zum Arzt gingen.

„An den Tod zu denken, ist keine hässliche Phantasie, es ist eine Realität. Ob sie hässlich oder nicht hässlich ist, hängt von mir ab, hängt davon ab, wie ich es sehe – jedenfalls wird sie kommen, sie wird kommen! Und dann wird es zur Begegnung mit dem Herrn kommen, das wird das Schöne am Tod sein, die Begegnung mit dem Herrn. Er wird uns entgegengehen und sagen: Komm, komm, Gesegneter meines Vaters, komm mit mir!“

Wen der Herr einmal rufe – und jeder werde diesen Ruf unweigerlich hören -, der werde dann keine Zeit mehr haben, um seine Angelegenheiten zu ordnen, sagte der Papst.

„Neulich habe ich einen Priester getroffen, so etwa 65 Jahre alt, dem ging es nicht so gut… Der ist zum Arzt gegangen, und der hat ihm nach der Untersuchung gesagt: Schauen Sie mal, das ist eine schlimme Sache, aber vielleicht haben wir ja noch Zeit, um sie zu bekämpfen. Aber wenn nicht, dann werden wir beide uns eben auf den Weg machen, und ich werde Sie begleiten bis zum Ende… Gut, dieser Arzt!“

Begleiten auch wir uns gegenseitig auf diesem Weg, mit diesem Appell schloss Franziskus seine Predigt. Und schauen wir dabei immer nach vorne, „hin zu Herrn, der kommen wird, um mich zu sich zu holen“.

(rv 17.11.2017 sk)

17 November 2017, 11:36