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Frühmesse: Für Europas Einheit in Vielfalt

In der Messe in der Kapelle der Casa Santa Marta erinnerte Franziskus an zwei kürzlich begangene Gedenktage: den Europatag und den Jahrestag des Endes des Zweiten Weltkriegs. Die Messintention galt an diesem 5. Sonntag der Osterzeit Europa, das in seiner Vielfalt geeint wachsen solle. In seiner Predigt sagte der Papst, das Gebet sei der Zugang zum Vater: Man müsse den Mut haben, zu beten und an die Allmacht des Gebets zu glauben.

Claudia Kaminski – Vatikanstadt

Papst Franziskus nannte neben dem Kriegsende vor 75 Jahren den 70. Jahrestag der Erklärung Robert Schumans, mit der die Europäische Union ins Leben gerufen wurde. In der Predigt konzentrierte sich der Papst auf die Auslegung des Evangeliums (Joh 14,1-12) und auf das Gebet. Jesus sage seinen Jüngern, dass diejenigen, die an ihn glauben, auch die Werke tun werden, die er tut, und größere Werke tun werden, weil er zum Vater geht.

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Mit Gott verhandeln

Dieser Abschnitt des Evangeliums - so bekräftigte Franziskus - ist die Erklärung des Zugangs zum Vater. Der Vater ist im Leben Jesu immer gegenwärtig und Jesus mache deutlich, dass der Vater für uns sorgt. Jesus ist wie das Öffnen der Türen der Allmacht des Gebets: dieses Vertrauen auf den Vater, der alles vermag: „Beten erfordert Mut, es erfordert den gleichen Mut zu predigen. Abraham wusste, wie man mit Gott ,verhandeln' konnte. Das tat Moses auch, mit Mut. Beten bedeutet, mit Gott zu ringen. Beten bedeutet, mit Jesus zum Vater zu gehen, der uns alles geben wird.“

Petrus setzte Diakone ein

Papst Franziskus ging auch auf die Lesung aus der Apostelgeschichte (Apg 6,1-7) ein, in der die Zwölf angesichts des Wachstums der christlichen Gemeinschaft sieben Männer voller Glauben für den Dienst an den Tischen auswählten, um das Gebet und den Dienst am Wort nicht zu vernachlässigen. „Das war die Erfindung der ersten Diakone. Tatsächlich murrten die griechisch sprechenden Jünger gegen die hebräisch sprechenden, weil ihre Witwen bei der täglichen Hilfeleistung vernachlässigt wurden.“ Petrus habe die Diakone eingesetzt, um diesen Menschen zu helfen, die Grund zur Beschwerde hatten.

Bischöfe sollen beten

Der Papst ging anschließend sehr intensiv auf die Rolle der Bischöfe als Oberhäupter in der Kirche ein. „Die Aufgabe des Bischofs ist es, zu beten und zu predigen. Der Bischof ist der erste, der mit Mut und Parresìa zum Vater geht. Es ist das Gebet des Oberhauptes der Gemeinschaft an den Vater, dass er das Volk beschützen möge. Und die Menschen lernen vom Bischof, zu beten.“

Gott bewirke die Dinge in der Kirche, und das Gebet sei es, das die Kirche voranbringe, betonte Franziskus. Es sei traurig zu sehen, wie gute Bischöfe mit so vielen anderen Dingen beschäftigt seien, während doch das Gebet an erster Stelle stehen müsse: Die anderen Dinge dürften dem Gebet keinen Platz wegnehmen, mahnte der Papst. Die Kirche - so Franziskus abschließend - weiß, dass sie ohne diesen Aufstieg zum Vater nicht überleben kann.


(radio vatikan)
 

10 Mai 2020, 08:08
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