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Eucharistiefeier am Dienstag in der Casa Santa Marta Eucharistiefeier am Dienstag in der Casa Santa Marta  (Vatican Media)

Papst Franziskus in Santa Marta: Der Heilige Josef begleitete in Stille

In seiner Predigt am Dienstag in der Kapelle der Casa Santa Marta predigte Franziskus über den Heiligen Josef, der ein stiller, demütiger Mann an der Seite Mariens gewesen sei. Ein „Mann der Träume“.

Claudia Kaminski und Barbara Castelli - Vatikanstadt

„Joseph ist der Mann, der weiß, wie man in Stille begleitet“ und „der Mann der Träume“, so charakterisierte der Papst den heiligen Josef. In den Fürbitten betete Franziskus besonders für die behinderten Kinder aus der Slowakei, von denen die Kugeln gebastelt wurden, die den Weihnachtsbaum in der Kapelle Santa Marta schmücken.

Die Weisheit guter Eltern

Die Heilige Schrift stelle uns Josef als „einen gerechten Menschen, einen Gesetzeshüter, einen Arbeiter, demütig und voll Liebe zu Maria“ vor. Angesichts des ‚Unverständlichen‘ wolle er zunächst lieber zur Seite treten, doch dann habe Gott ihm seine Sendung offenbart. Josef habe seine Rolle angenommen und das Aufwachsen des Sohnes Gottes in Stille angenommen, ohne zu richten, ohne zu reden, ohne zu plaudern.

„Mithelfen zu wachsen, sich zu entwickeln. Also suche ich einen Ort, an dem das Kind geboren werden kann; er hat ihn gepflegt; er hat ihm geholfen aufzuwachsen; er hat ihm das Arbeiten beigebracht: viele Dinge..... In Stille. Er hat seinen Sohn nie für sich in Besitz genommen; er hat ihn schweigend aufwachsen lassen. Lasst es wachsen: Es wäre das Wort, das uns so sehr helfen würde, für uns, die wir von Natur aus immer unsere Nase in alles stecken wollen, besonders in das Leben anderer. „Und warum tut er das? Warum macht der andere...?“ Und sie fangen an zu plaudern, zu reden... Und er lässt es wachsen. Er bewacht. Er hilft, aber in Stille.“

Eine weise Einstellung, die Papst Bergoglio bei so vielen Eltern sieht: die Fähigkeit zu warten, ohne sofort zu schreien, auch bei einem Fehler. Es ist wichtig zu wissen, wie man wartet. In Stille warten, wie es Gott mit seinen Kindern tut, für die er viel Geduld aufbringt.

Der Mann der Träume

In seiner Predigt stellt der Papst dann klar, dass der heilige Josef ein konkreter Mensch war, aber mit einem offenen Herzen, „der Mann der Träume“, nicht „ein Träumer“.

„Der Traum ist ein privilegierter Ort, um die Wahrheit zu suchen, denn dort wehren wir uns nicht gegen die Wahrheit. Träume kommen,... Und Gott spricht auch im Traum. Nicht immer, denn normalerweise kommt unser Unterbewusstsein hoch, aber Gott hat sich so oft entschieden, in Träumen zu sprechen. Er hat das so oft getan, das sieht man in der Bibel, nicht wahr? In Träumen. Aber Joseph war der Mann der Träume, aber er war kein Träumer, oder? Er war kein fantasiereicher Mann. Ein Träumer ist eine andere Sache: er ist das, was er glaubt... er geht... er schwebt und hat seine Füße nicht auf dem Boden. Josef hatte seine Füße auf dem Boden. Aber er war offen.“

Nicht die Lust am Träumen verlieren

Schließlich forderte Papst Franziskus dazu auf, trotz auftretender Schwierigkeiten nicht die Fähigkeit zum Träumen zu verlieren, die Fähigkeit, sich mit Vertrauen für das Morgen, die Zukunft zu öffnen. 

„Wir dürfen die Fähigkeit, von der Zukunft zu träumen nicht verlieren: jeder von uns. Jeder von uns sollte träumen: von unserer Familie, von unseren Kindern, von unseren Eltern. Um zu sehen, wie ich mir ihr Leben wünsche. Auch Priester: wir sollten von unseren Gläubigen träumen, was wir für sie wollen. Träumen, wie junge Menschen träumen, die im Träumen „schamlos“ sind, und dort einen Weg finden. Verlieren wir nicht die Fähigkeit zu träumen, denn das Träumen öffnet die Türen zur Zukunft, um in der Zukunft fruchtbar zu sein.“

(vatican news)

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