Beta Version

Cerca

Vatican News
Zur Eintracht ermuntere Papst Franziskus in seiner Predigt am Montag in der Casa S. Marta Zur Eintracht ermuntere Papst Franziskus in seiner Predigt am Montag in der Casa S. Marta  (Vatican Media)

Papst: Konkurrenzstreben und Eitelkeit sind Wurzeln des Krieges

Der Papst mahnte in seiner Frühmesse in der vatikanischen Casa Santa Marta, im Leben nicht ausschließlich den eigenen Vorteil zu suchen, sondern vielmehr den Horizont der Existenz zu erweitern, hin zur universellen Unentgeltlichkeit. „Das Konkurrenzstreben und die Eitelkeit zerstören die Grundlagen der Gemeinschaften, indem sie Zerwürfnisse und Konflikte säen,“ unterstrich Franziskus.

Christina Höfferer - Vatikanstadt

Zum Nachhören

Ausgehend vom Lukas-Evangelium (Lk 14,12-14) verurteilte der Papst „den Egoismus des Interesses“ und bekräftigte, dass die von Jesus gepredigte „Freizügigkeit nicht selektiv ist“.

Die Unentgeltlichkeit ist allumfassend, nicht selektiv

Die Lehre Jesu sei völlig klar: „Tue nichts aus Eigensucht“, wähle deine Freundschaften nicht nach dem Prinzip der Nützlichkeit. Nur auf der Grundlage des eigenen Vorteils zu urteilen, sei in der Tat „eine Form des Egoismus, der Ausgrenzung und der Fixierung auf die eigenen Interessen“, während die Botschaft Jesu genau das Gegenteil darstelle: „Eine Unentgeltlichkeit, die das Leben ausweitet und den Horizont erweitert, weil sie allumfassend ist“. Die Selektion hingegen stelle „Faktoren der Trennung“ dar und begünstige nicht die „Einstimmigkeit“, von der der heilige Paulus in der ersten Lesung im Philipperbrief spreche. „Es gibt zwei Dinge, die gegen die Einheit sprechen,“ betonte Papst Franziskus, „und zwar das Konkurrenzstreben und die Eitelkeit.“

Konkurrenz und Geschwätz

„Und selbst das Geschwätz entsteht aus dem Konkurrenzstreben, weil so viele Menschen das Gefühl haben, dass sie nicht wachsen können. Um größer als die anderen zu wirken, schwächen sie die anderen mit dem Geschwätz. Das ist eine Art, Menschen zu zerstören, die Konkurrenzsucht. Und Paulus sagt dazu: ,Nein. Es gibt keine Konkurrenz in der Gemeinschaft'. Konkurrenz ist ein Kampf, um sich gegenseitig zu vernichten. Konkurrenz ist hässlich: Man kann es offen, direkt oder mit weißen Handschuhen tun, aber immer ist der Zweck, den anderen zu zerstören und sich selbst zu erheben. Und weil ich nicht so tugendhaft, so gut sein kann, schwäche ich den anderen, also bleibe ich immer oben. Konkurrenzstreben ist ein Weg, um seine eigenen Interessen durchzusetzen.“ 

Die Eitelkeit zerstört Gemeinschaften

Ebenso schädlich seien jedoch diejenigen, die behaupteten, anderen überlegen zu sein.

„Das zerstört eine Gemeinschaft, und es zerstört auch eine Familie. Denkt an die Rivalität zwischen den Geschwistern um das Erbe des Vaters, zum Beispiel. Das passiert tagtäglich. Denkt an die Eitelkeit, an diejenigen, die sich damit brüsten, besser zu sein als andere."

Das christliche Leben entsteht aus der Unentgeltlichkeit Jesu

Der Christ, so fuhr Papst Franziskus fort, müsse dem Beispiel des Sohnes Gottes folgen und „Unentgeltlichkeit“ pflegen: Gutes tun, ohne sich Sorgen zu machen, wenn andere dasselbe tun, Einstimmigkeit säen, Konkurrenzstreben und Eitelkeit aufgeben. Frieden mit kleinen Gesten zu schaffen bedeute, einen Weg der Übereinstimmung in der ganzen Welt zu ebnen.

„Wenn wir die Nachrichten über die Kriege lesen, denken wir an die Nachricht vom Hunger der Kinder im Jemen, ein Auswuchs des Krieges: Das ist weit weg, arme Kinder.... aber warum haben sie nichts zu essen? Aber derselbe Krieg wird zu Hause, in unseren Institutionen, mit dieser Konkurrenzsucht geführt: Der Krieg beginnt hier! Und hier muss Frieden geschaffen werden: in der Familie, in der Pfarrei, in den Institutionen, am Arbeitsplatz, immer auf der Suche nach Einstimmigkeit und Harmonie und nicht im eigenen Interesse.“

(vatican news)

05 November 2018, 11:10
Alles lesen >