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Papst Franziskus bei der Frühmesse an diesem Montag Papst Franziskus bei der Frühmesse an diesem Montag  (Vatican Media)

Frühmesse: Der wahre Bischof ist ein Diener

Demütig und gerecht, ein Diener, kein Fürst. In seiner Frühmesse an diesem Montag beschrieb Papst Franziskus, was einen wahren Bischof ausmacht. Er betonte, dass diese Kriterien, die schon Paulus am Herzen lagen, auch bei der Ernennung neuer Bischöfe eine vorrangige Rolle spielen müssten.

Silvia Kritzenberger und Benedetta Capelli – Vatikanstadt

Ausgehend vom Brief des Paulus an Titus (Tit 1- 1,9) beschrieb der Papst in seiner Predigt im vatikanischen Gästehaus Santa Marta, welche Eigenschaften einen Bischof in die Lage versetzen, das Haus Gottes zu verwalten.

In der Kirche war nicht von Anfang an alles in Ordnung...

In der Kirche habe es immer Eifer und Unordnung gegeben, führte Franziskus aus. Schon von Anfang an. Aber wir dürften uns davon nicht erschrecken lassen, denn inmitten dieser Verwirrung würde auch die Kraft des Geistes wirksam werden, und dies sei ein gutes Zeichen.

Zum Nachhören

„In der Kirche war es nie so, dass alles schon von Anfang an geordnet, an seinem Platz gewesen wäre, ohne Probleme, ohne Verwirrung. Das war nie der Fall. Und diese Verwirrung, dieses Durcheinander, muss behoben werden. Man muss die Dinge in Ordnung bringen. Denken wir nur an das erste Konzil von Jerusalem: den Streit zwischen den Judaisierern und den Nicht-Judaisierern.... Und was tun sie? Sie berufen ein Konzil ein und regeln die Dinge.“

Der Bischof: Verwalter Gottes, nicht der Güter

Aus diesem Grund habe Paulus den Titus auch in Kreta zurückgelassen: damit er das zu Ende führen könne, was noch zu tun sei und in den einzelnen Städten Ältere einsetze. Und er habe ihm genaue Anweisungen gegeben: an erster Stelle stehe für den Verwalter Gottes der Glaube.

„Paulus bezeichnet den Bischof als Verwalter Gottes: er ist kein Verwalter von Gütern, von Macht, von Seilschaften, nein: er ist der Verwalter des Hauses Gottes. Er muss sich immer fragen: Bin ich ein Verwalter Gottes oder bin ich ein Geschäftsmann? Der Bischof ist der Verwalter Gottes. Er muss untadelig sein. Das hat Gott schon von Abraham verlangt: Gehe in meiner Gegenwart und sei untadelig. .. Das ist etwas, das man zu einem Anführer, einem Vorsteher sagt.“

Was einen guten Bischof ausmacht ...

Franziskus beschrieb auch, wie ein Bischof nicht sein soll: Er dürfe nicht überheblich, habgierig oder jähzornig sein, kein Trinker. Ein solcher Bischof – auch einer, der nur eine dieser schlechten Eigenschaften habe – wäre eine Katastrophe für die Kirche, warnte Franziskus. Stattdessen müsse er das Gute lieben, gastfreundlich sein, besonnen, gerecht, fromm und beherrscht. Dies sei die sittliche Lebensführung, die einen Diener Gottes auszeichne:

„Das ist die Beschreibung eines Bischofs. Und wenn man vor der Wahl eines Bischofs steht, wäre es schön, sich diese Fragen gleich als erste zu stellen, damit man weiß, ob es überhaupt Sinn macht, mit dem Auswahlprozess fortzufahren. Der Bischof muss demütig und sanftmütig sein: ein Diener, kein Fürst. Das ist das Wort Gottes,“ unterstrich Franziskus und führte einen möglichen Einwurf an, den er auch gleich selbst beantwortete: „‚Ja, das stimmt! Genau das muss nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil getan werden...‘– ‚Nein, es muss nach Paulus getan werden!‘ Wir haben es hier nicht mit einer postkonziliären Neuerung zu tun! Das hat von Anfang an gegolten – von dem Moment an, in dem die Kirche erkannt hat, dass sie bei solchen Bischöfen für Ordnung sorgen muss.“

Vor Gott zählen nicht schöne Predigten, sondern Demut und Dienst
 

Ohne die richtige Haltung der Bischöfe könne man keine Ordnung in die Kirche bringen, warnte Franziskus zum Ausklang der Messe. Was vor Gott zähle, seien nicht Sympathie und gute Predigten, sondern Demut und Dienst.

Mit Verweis auf den heiligen Märtyrer-Bischof Josafat bat Franziskus die Anwesenden abschließend noch, für die Bischöfe zu beten, damit sie „so sein mögen, wie es sich Paulus gewünscht hat.“

12 November 2018, 11:59
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