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Weihbischof Rolf Lohmann (links) und Pfarrer Égide Muziazia in der Pfarrkirche St. Martinus in Emmerich-Elten. © Bistum Münster Weihbischof Rolf Lohmann (links) und Pfarrer Égide Muziazia in der Pfarrkirche St. Martinus in Emmerich-Elten. © Bistum Münster 

D: Rassistische Angriffe auf Pfarrer

Ein Pfarrer aus dem Bistum Münster hat bei einem Pressegespräch erklärt, dass er in den vergangenen Wochen mehrfach rassistisch angegriffen und beleidigt wurde.

Die Anfeindungen zielten dabei insbesondere auf die Hautfarbe des aus dem Kongo stammenden Geistlichen ab, so Pfarrer Égide Muziazia von Emmerich-Elten. Der 42-Jährige lebt seit 2006 in Deutschland, wurde 2011 zum Priester geweiht und von Bischof Felix Genn im vergangenen Jahr zum Leitenden Pfarrer ernannt.

Bereits unmittelbar vor seiner Amtseinführung gab es nach Aussage Muziazias rassistische Anfeindungen auf Facebook. In jüngerer Vergangenheit sei es nun vermehrt zu rassistischen Angriffen gekommen. So wurde der Pfarrer Ende April in der Innenstadt von Emmerich bespuckt und mit den Worten „Du Affe“ beleidigt. Nachdem er Anzeige erstattet hatte, wurde die Person ermittelt, das Verfahren jedoch eingestellt. Lediglich ein Schiedsverfahren wurde Muziazia angeboten.

Keine Einzelfälle mehr

Ende Juli gab es einen weiteren Vorfall, bei dem er grundlos von einem Mann von einem Balkon aus rassistisch beschimpft wurde. „Hinzu kommen immer wieder Alltagserfahrungen, die ich lange versucht habe, zu ignorieren, die aber für mich auch rassistisch sind“, führte Muziazia aus. So sei es beim Einkaufen vorgekommen, dass er als „Neger“ oder auf dem Dorfplatz Anfang Dezember 2023 im Rahmen der Sinterklaas-Feierlichkeiten auf Niederländisch bzw. Plattdeutsch als „echte zwarte Piet“ bezeichnet wurde.

Paulusdom zu Münster
Paulusdom zu Münster

Der Weg in die Öffentlichkeit sei für ihn sehr belastend, erklärte der Pfarrer bei dem Pressegespräch, doch stellten derartige rassistische Angriffe keine Einzelfälle mehr dar, sondern häuften sich in jüngster Zeit. Er sagte: „Indem ich heute hier an die Öffentlichkeit gehe, möchte ich an die Menschen in der Pfarrei, aber auch darüber hinaus appellieren, dass wir zusammenstehen im Kampf gegen Rassismus, Hass und Fremdenfeindlichkeit. Setzen wir uns gemeinsam ein für ein friedliches, tolerantes und vielfältiges Miteinander von Menschen aller Kulturen, Religionen und Hautfarben.“

„Bestürzung und Entsetzen“

Bischof Genn sagte dem Priester in einer Stellungnahme die volle Solidarität zu und verurteilte die rassistischen Angriffe scharf. Er habe davon „mit großer Bestürzung und mit Entsetzen“ erfahren. Genn wörtlich: „Jede Form von Rassismus ist widerwärtig, jeder rassistische Angriff ist ein Angriff auf die unantastbare Menschenwürde“. Es brauche „einen lauten Aufschrei der Menschenfreundlichkeit gegen diejenigen, die Fremdenfeindlichkeit und Rassismus propagieren“.

Pfarrer Muziazia äußerte sich dankbar für die Solidarität vieler Menschen: „Das Bistum Münster ist mir in den zwölf Jahren, in denen ich hier als Priester tätig bin, zur Heimat geworden.“

(bistum münster – sk)
 

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17. September 2024, 12:30
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