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Synodaler Weg: Performance „verantwort:ich“ vorgestellt

Im Rahmen der laufenden Synodalversammlung des Synodalen Weges ist am Donnerstagabend im Frankfurter Kaiserdom eine Performance zum Thema Missbrauch und Verantwortung aufgeführt worden.

Die Performance mit dem Titel „verantwort:ich“, an der auch Betroffene mitwirken, thematisiert auf vielschichtige Weise das Leid, die Schuld und die Mitverantwortung Wegsehender im Kontext kirchlicher Missbrauchsverbrechen.

Unrecht benennen

„Wer gibt euch das Recht, unsere Körper und Seelen zu schänden? Wer gibt euch das Recht, uns blutend in der Kälte der Nacht liegen zu lassen?“ – gibt eine der Künstlerinnen dabei den Überlebenden eine Stimme. Ungeschönt tanzen und benennen Mitwirkende und Betroffene im Rahmen der Performance am Abgrund, in den der Missbrauch stürzt.

Großflächige Installation von schwarzen Bändern quer durch das Kirchenschiff drücken die Verstrickung aller in der Kirche in die Thematik aus. Das Kirchenlied „Ein Haus voll Glorie schauet … aus ew’gem Stein gebauet“ bricht abrupt ab und es ertönt Krach eines in sich zusammenfallenden Gemäuers – mit Aufdeckung des Missbrauchs fällt ein ganzes Kirchenbild in sich zusammen. Die Wucht dieser Erfahrung lässt vielen Gläubigen das Lied sprichwörtlich „im Halse stecken“.

Gestörte Gottesbeziehung

Wie konnte es zur Katastrophe der Zerstörung des Tempels und zum Verlust des Landes Israel kommen? – reflektieren Stimmen mit Versen aus dem Buch Jesaja (Kap. 59). Unrecht und Gewalt sind immer Zeichen einer gestörten Gottesbeziehung, machen sie deutlich. Dass niemand sich der Übernahme von Verantwortung entziehen kann, sich vertreten oder verstecken kann, macht der Titel der Performance „verantwort:ich“ deutlich. Wenn jeder dies in seiner Rolle und Funktion tut, kann die Gemeinschaft Ursachen von Missbrauch beseitigen, so die Botschaft.

Kompletiiert wird die künstlerisch-existenzielle Darbietung durch eine Video-Collage von 45 Mitwirkenden des Synodalen Weges, darunter Bischöfe wie Gläubige aus allen kirchlichen Bereichen, die schildern, wo/wie sie ihre persönliche Verantwortung angesichts des Missbrauchs und seiner Vertuschung sehen.

Suche nach Zukunft und Trost

Mit dem Psalmwort „Sende dein Licht und deine Wahrheit, dass sie mich leiten“ (Ps 43,3) wird in der Darbietung letztlich die Reflexion unter das Geleit Gottes gestellt. Als Erinnerung an die Verstrickung und den Auftrag, Verantwortung zu übernehmen, erhalten die Synodalen und Zuschauer im Anschluss an die Performance ein Band, das mit den Begriffen „verantwort:ich“ und „leite mich“ an das Psalmwort erinnert.

Die Performance entstand auf Initiative und unter Mitwirkung von Mitgliedern der Synodalversammlung sowie Mitgliedern der Themenforen und des Betroffenenbeirates. Auf der dritten Synodalversammlung wurde eine AG beauftragt, „ein öffentliches Zeichen der Auseinandersetzung mit der persönlichen und gemeinsamen Verantwortung zu erarbeiten.
Künstlerisch umgesetzt wurde das Stück von mehreren Künstlern in den Bereichen Theater und Choreographie, Video und Komposition.

(vatican news – pr)
 

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10. März 2023, 09:06