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Die Messe im Liebfrauenmünster in Ingolstadt feierten unter anderem (vordere Reihe, von links) Msgr. Wolfgang Huber, Präsident von missio München, der Eichstätter Bischof Gregor Maria Hanke, Dominic Kimengich, Bischof der kenianischen Diözese Eldoret, und Frater James Kimani Kairu, Priester der Diözese Eldoret. Foto: Anika Taiber-Groh/pde Die Messe im Liebfrauenmünster in Ingolstadt feierten unter anderem (vordere Reihe, von links) Msgr. Wolfgang Huber, Präsident von missio München, der Eichstätter Bischof Gregor Maria Hanke, Dominic Kimengich, Bischof der kenianischen Diözese Eldoret, und Frater James Kimani Kairu, Priester der Diözese Eldoret. Foto: Anika Taiber-Groh/pde 

Bischof Hanke: Armutsbekämpfung und Klimaschutz gehören zusammen

Für den Eichstätter Bischof Gregor Maria Hanke hängen die weltweiten Folgen des Klimawandels und zunehmende Armut zusammen: „Armutsbekämpfung ohne Einsatz für das Klima ist nicht mehr denkbar“ sagte er in Ingolstadt zum Weltmissionssonntag. Er äußerte sich am Samstag beim Abschlussgottesdienst zum Monat der Weltmission im Liebfrauenmünster.

Mit dabei waren laut einer Pressemitteilung des Bistums Eichstädt auch Wolfgang Huber, Präsident von missio München und Gäste aus Kenia: Etwa Dominic Kimengich, Bischof der kenianischen Diözese Eldoret sowie Frater James Kimani Kairu, Priester der Diözese Eldoret. Die Menschenrechtsaktivistin Winnie Mutevu aus Kenia wurde mit dem erstmals vergebenen Pauline-Jaricot-Preis geehrt.

Zweifelhafter Anspruch eines ständigen Wachstums

In Ländern Afrikas müsse das Evangelium unter ungerechten wirtschaftlichen, sozialen und ökologischen Rahmenbedingungen gelebt werden, sagte Bischof Hanke. Er leitete daraus auch eine Frage ab: „Müssen wir Christinnen und Christen in der sogenannten westlichen Welt uns nicht der Frage stellen, was unsere Redeweise von Schwestern und Brüdern im Herrn, von der weltkirchlichen Geschwisterlichkeit im Namen Jesu zu bedeuten hat angesichts dieses Ungleichgewichts? Stellt der Anspruch auf stetiges Wachstum nicht eine Maske dar, hinter der sich menschliche Gier verbergen kann, die Mensch und Umwelt schädigt, die Geschwisterlichkeit untereinander und mit der Schöpfung stört, ja verhindert?“

„Stellt der Anspruch auf stetiges Wachstum nicht eine Maske dar, hinter der sich menschliche Gier verbergen kann, die Mensch und Umwelt schädigt, die Geschwisterlichkeit untereinander und mit der Schöpfung stört, ja verhindert?“

Hanke forderte eine neue Haltung des Miteinanders, eine Geschwisterlichkeit im Geist des Evangeliums. Maßstäbe des Gottesreiches müssten unser Handeln und unsere Verantwortung als Christinnen und Christen für die Gesellschaft prägen. Die Orientierung daran liefere keine fertige Lösung unserer Probleme im globalen Miteinander. „Lösen kann sie uns jedoch von alten Verhaltensmustern, die das Glück des Menschen einseitig im Materiellen verorten, in der Gier zu besitzen und zu Handlungsweisen führen, deren Folgen Menschen und ihre Lebensräume schädigen.“

Kenianische Menschenrechtsaktivistin ausgezeichnet

Wolfgang Huber, Präsident von missio München, hatte den Gottesdienst zuvor unter dem diesjährigen Motto des Monats der Weltmission eröffnet: „Ich will euch Zukunft und Hoffnung geben.“ Am Ende vergab Huber zu ersten Mal den Pauline-Jaricot-Preis. Er ging an die Menschenrechtsaktivistin Winnie Mutevu aus Kenia, die sich mit der Organisation HAART Kenya für den Kampf gegen Menschenhandel einsetzt. Der gläserne Preis wurde von der Münchner Künstlerin Mahbuba Maqsoodi entworfen. „Ich freue mich, ihn einer jungen und tatkräftigen Frau zu geben, die sich mit Mut und Ausdauer gegen eines der größten Übel einsetzt: den Menschenhandel“, sagte Huber. Mit dem Preis, der Pauline Jaricot als Ideengeberin der päpstlichen Missionswerke gewidmet ist, werden Frauen ausgezeichnet, die durch ihren herausragenden Einsatz Hoffnungsträgerinnen für andere sind.

(pm - sst) 

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24. Oktober 2022, 11:27