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Die Religionsgemeinschaften brauchen ein gemeinsames Ziel Die Religionsgemeinschaften brauchen ein gemeinsames Ziel  

Ö: Immer mehr Prominente unterstützen Theologen-Friedensaufruf

Mehr denn je braucht es gemeinsamen Einsatz für Frieden, Versöhnung und Gerechtigkeit. Einen Aufruf für dieses Engagement startete der Pastoraltheologe Paul Zulehner gemeinsam mit dem Prager Theologen Tomas Halik und der deutschen Bundesministerin a.D. Annette Schavan. Dem Aufruf vom 14. September folgen nun immer mehr Prominente.

Der Aufruf fordert mehr denn je den Schulterschluss der Religionsgemeinschaften und deren gemeinsamen Einsatz für Frieden, Versöhnung und Gerechtigkeit. Mittlerweile schlossen sich Österreichs Altbundeskanzler Wolfgang Schüssel, der bayerische evangelische Landesbischof Heinrich-Bedford-Strohm, der US-Religionssoziologe Jose Casanova und der Vizepräsident des World Jewish Congress, Maram Stern, und viele weitere an.

Weitere Persönlichkeiten auf der im Internet einsehbaren Unterstützendenliste: Azza Karam, Generalsekretärin von Religions for Peace in New York, Alberto Melloni, Historiker in Bologna und Gründer der European Academy of Religion, Zbigniew Nosowski, Publizist und Co-Vorsitzender des Polnischen Rates der Christen und Juden, Hanna Suchocka, ehemalige polnische Premierministerin, sowie der kanadische Religionsphilosoph Charles Taylor.

Aus Österreich scheinen unter anderen der ehemalige Nationalratspräsident Andreas Khol, der Chefdirigent des Brucknerorchesters in Linz, Markus Poschner, Sozialethiker Alexander Filipovic, der Präsident des Koordinierungsausschusses für christlich-jüdische Zusammenarbeit, Martin Jäggle, die Pastoraltheologin Regina Polak, der sozial engagierte Jesuit P. Georg Sporschill und Publizist Heinz Nussbaumer als Unterstützende auf.

Krisen erfordern Schulterschluss

Gemeinsame Überzeugung all dieser Persönlichkeiten: Die Weltreligionen stellen für Millionen Menschen bis heute „Quellen der Hoffnung und der Kraft dar, um Angst, Egoismus und Resignation zu überwinden" und bieten eine „Inspiration für ein universell-solidarisches Leben". Angesichts enormer Herausforderungen wie „barbarischer Kriege" mit dem Aufflammen der atomaren Gefahr, der Klimakrise, steigender Armut, wachsendem Hunger oder anhaltender Fluchtbewegungen „halten wir (...) mit vielen Menschen guten Willens Ausschau nach Kräften, die helfen, in der Angst zu bestehen und couragiert die Herausforderungen anzunehmen", heißt es im Text. Hilfreich seien dabei die Weltreligionen, da sie Träger der „großen Sehnsucht nach einer geeinten Menschheit in Gerechtigkeit und Frieden" seien.

Christentum und Islam könnten jedoch nur dann diese Kraft aufbringen, wenn sie die Bereitschaft zur „kritischen Selbstreflexion" und zur „inneren Reform" zeigten, erinnert der Aufruf. Allzu oft seien Religionen schließlich zuletzt „Teil des Problems und nicht Teil der Lösung" gewesen, was sich in der Vertrauenskrise zeige, die Christentum wie Islam erfasst habe. „Wahre Religion" verwandle Gewalt in Liebe, heißt es in dem Aufruf - daran müssen sich alle Religionen messen lassen können, ebenso wie an ihrer Bereitschaft, „gegenseitige Rivalität (zu) überwinden, sich um eine Kultur der gegenseitigen Anerkennung und des Respekts (zu) bemühen" und in Demut ihren „kollektiven Narzissmus" zu überwinden.

Den Wortlaut des Aufrufs und die Möglichkeit zur Unterzeichnung findet sich auf: www.zulehner.org/site/projekte/religionenhoffnungfuerein)

(kap-sm)

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22. September 2022, 13:27