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Der Berliner Erzbischof Heiner Koch Der Berliner Erzbischof Heiner Koch 

Berliner Erzbischof bittet um Vergebung für Homophobie in Kirche

Homophobie sei eine „unheilvolle Traditionslinie" in der katholischen Kirche, sagte Koch bei einem ökumenischen Gottesdienst zum Tag gegen Queerfeindlichkeit in der der Schöneberger Zwölf-Apostel-Kirche. Der katholische Geistliche warb für Respekt der Würde jedes Menschen ungeachtet der sexuellen Orientierung.

Der katholische Berliner Erzbischof bat um Vergebung für die Diskriminierung von Menschen wegen ihrer sexuellen Orientierung: Koch kündigte für sein Erzbistum an, in jeder Pfarrei Beauftragte einzusetzen, die sich gegen eine solche Diskriminierung stark machen. Falls Mitarbeitenden des Erzbistums wegen ihrer sexuellen Orientierung arbeitsrechtliche Konsequenzen drohten, werde er dies zur Chefsache machen und dagegen vorgehen, so der Erzbischof. Bislang sei ihm im Erzbistum aber kein Fall bekannt.

„Jede Phobie trennt von Gott und Christus und wird zur Sünde“

Pröpstin Christina-Maria Bammel von der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz sagte, dass Menschen, die nicht den heterosexuellen Normen entsprechen, auch in evangelischen Kirchengemeinden „viel zu lange" nicht akzeptiert worden seien. „Jede Phobie trennt von Gott und Christus und wird zur Sünde", betonte sie.

Vertreterinnen und Vertreter des in der Kirchengemeinde ansässigen ökumenischen Rogate-Klosters Sankt Michael, der Initiative #OutInChurch - Für eine Kirche ohne Angst, der Ökumenischen Arbeitsgruppe Homosexuelle und Kirche sowie des Lesben- und Schwulenverbands Berlin-Brandenburg hatten in dem Gottesdienst über Diskriminierungserfahrungen in den Kirchen berichtet und zugleich positive Entwicklungen gewürdigt. Bei der bundesweiten Initiative #OutInChurch gaben sich im Januar 125 Kirchenmitarbeitende als queer zu erkennen. Das englische Wort „queer" ist ein Sammelbegriff für sexuelle Minderheiten, unter denen Homosexuelle die größte Gruppe sind.

(kna-sst)

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18. Mai 2022, 13:52