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Archivbild: Caritas-Wien-Direktor Klaus Schwertner (rechts) und eDaniela Pamminger beim Besuch eines Flüchtlingscamps auf Lesbos Archivbild: Caritas-Wien-Direktor Klaus Schwertner (rechts) und eDaniela Pamminger beim Besuch eines Flüchtlingscamps auf Lesbos 

Österreich: Caritas begrüßt Energiekosten- und Teuerungsausgleich

Die Caritas lobt die von der Bundesregierung angekündigte Soforthilfe für Haushalte angesichts der stark steigenden Energiepreise. Da die Teuerungswelle armutsbetroffene Menschen besonders betreffe, seien der Energiekosten-Ausgleich sowie auch der Teuerungsausgleich „absolut wichtig und zu begrüßen“, betonte der geschäftsführende Direktor der Caritas der Erzdiözese Wien, Klaus Schwertner, am Freitag in einer Mitteilung.

Die Maßnahme werde „konkret und spürbar“ dazu beitragen, „dass in den Wintermonaten möglichst niemand in einer kalten Wohnung frieren muss“. Allerdings seien für eine nachhaltige Entlastung für armutsbetroffene Haushalte noch weitere Maßnahmen erforderlich.

Die Bundesregierung hatte am Freitag nach einem Gipfel mit Vertretern der Energiewirtschaft ein Maßnahmenpaket angekündigt. Vorgesehen ist dabei über bereits beschlossene Maßnahmen hinaus ein Energiekostenausgleich für einen Großteil der heimischen Haushalte von einmalig 150 Euro sowie auch eine Verdoppelung der schon zuvor fixierten Einmalzahlung für besonders bedürftige Menschen auf nunmehr 300 Euro. Konkret sollen alle Ein- bzw. Mehrpersonenhaushalte mit einem niedrigen Einkommen profitieren, aktuell liegt diese bei 5.670 Euro brutto monatlich.

In der Caritas Sozialberatung sei das Problem der gestiegenen Miet- und Energiekosten, die man nicht mehr bezahlen kann, aktuell „ganz klar die häufigste Anfrage, mit der wir konfrontiert sind“, berichtete Schwertner. Kein anderes Thema beschäftige die Hilfesuchenden mehr, wobei die Corona-Krise die Zahl der Betroffenen noch deutlich steigen haben lasse. 62.000 Menschen seien im Vorjahr von der Caritas bei der Deckung ihrer Miete, dem Begleichen ihrer Stromrechnungen oder beim Einkauf von Nahrungsmitteln unterstützt worden. Die Teuerungswelle betreffe Menschen in Armut besonders hart: „Für viele Menschen ist es am Monatsende bittere Realität, dass sie sich entscheiden müssen, ob sie das verbliebene Geld für Heizen oder Lebensmittel ausgeben“, schilderte Schwertner.

Tiefgreifende Reformen nötig

So sehr die angekündigten Sofortmaßnahmen auch „deutlich mehr als Symbolpolitik“ seien, könnten sie langfristige Unterstützung dennoch nicht ersetzen, so der Direktor der kirchlichen Hilfsorganisation weiter. Tiefgreifende Reformen seien notwendig, wenn nicht nur das Heizen, sondern auch das Wohnen immer teurer werde. Schwertner forderte auch einen Unterstützungsfonds, um Energieeffizienzmaßnahmen wie Gerätetausch, Sanierung oder Energiekostenrückstände von energiearmen Haushalten langfristig besser unterstützen zu können. Die Energiehilfefonds sollten bundesweit zur Verfügung stehen und Betroffenen finanzielle Hilfe leisten.

(kap - mg)

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29. Januar 2022, 11:11