Suche

Vatican News
Schönborn bei einem Interview in Rom 2017 Schönborn bei einem Interview in Rom 2017 

Schönborn: Bestürzt über Skepsis gegenüber Wissenschaft

Kardinal Christoph Schönborn hat am Samstag im Wiener Erzbischöflichen Palais 26 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler mit dem Kardinal-Innitzer-Preis ausgezeichnet. In seiner Ansprache kam Schönborn auf die Impfverweigerer und Coronaleugner zu sprechen.

Dabei sagte er, die neue wissenschaftsbezogene Skepsis sei ein bestürzendes Phänomen, das mit dem Vertrauensverlust in allen Bereichen - Politik, Kirche, Autoritäten - zu tun habe.

Der Wiener Erzbischof berichtete über seine Begegnungen mit dem Biontech-Mitgründer Christoph Huber. Huber und das Forscherpaar Ugur Sahin/Özlem Türeci hätten 2020 ihre ganze Energie in die Entwicklung eines Covid-Vakzins gelegt. Als sie es geschafft hätten, das Vakzin in weniger als einem Jahr zur Marktreife zu bringen, sei etwas Erstaunliches passiert: „Man hat dem Vakzin massive Skepsis entgegengebracht. Diese neue wissenschaftsbezogene Skepsis ist etwas Bestürzendes“, so Schönborn.

„Solide wissenschaftliche Forschung ist Pfeiler einer freien, demokratischen Gesellschaft“

Die neue Skepsis zeige, wie weit der Spaltungsprozess in der Gesellschaft vorangeschritten sei. Der Vertrauensverlust sei eine zutiefst gefährliche Entwicklung. „Denn solide wissenschaftliche Forschung ist ein Pfeiler einer freien, demokratischen Gesellschaft“, betonte der Kardinal. Wichtig sei daher, dass sich die in der Forschung Tätigen „nicht verunsichern lassen durch Verschwörungstheoretiker und die Propheten des Untergangs“.

Unerlaubte Demo gegen Impfzwang in Zürich/Schweiz, Ende Oktober
Unerlaubte Demo gegen Impfzwang in Zürich/Schweiz, Ende Oktober

„Persönliche Glaubwürdigkeit von Forschern ist wichtig“

Schönborn nannte als weitere Notwendigkeit zur Überwindung der Negativ-Stimmung „die persönliche Glaubwürdigkeit der Menschen in der Welt der Wissenschaft“. Denn der Einzelne erlebe es positiv, „dass eine Forscherpersönlichkeit Vertrauen vermittelt“.

Der nach dem Wiener Erzbischof Kardinal Theodor Innitzer (1875-1955) benannte Wissenschaftspreis ist eine der angesehensten Auszeichnungen dieser Art in Österreich. Er wird seit 1962 von der Erzdiözese Wien verliehen und vom Wissenschaftsministerium, mehreren Bundesländern, sowie von Banken, Versicherungen und der Wirtschaftskammer unterstützt. Die Liste der Preisträger liest sich wie ein „Who is who“ der österreichischen Wissenschaft.

(kap – sk)
 

06 November 2021, 12:26