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Weihbischof Rolf Steinhäuser, Übergangsleiter im Erzbistum Köln Weihbischof Rolf Steinhäuser, Übergangsleiter im Erzbistum Köln 

Erzbistum Köln: Übergangsleiter setzt auf Zuhören und Gespräch

Der Übergangsleiter im Erzbistum Köln, Weihbischof Rolf Steinhäuser, will während seiner Amtszeit besonders auf Gespräche setzen. „Es wäre unklug, jetzt Programme verlautbaren zu lassen", sagte er der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA). Steinhäuser äußerte sich am Sonntagabend nach einem Gottesdienst im Altenberger Dom. Dort hatte er die von Papst Franziskus ausgerufene Weltsynode auf Bistumsebene eröffnet.

Papst Franziskus hatte Steinhäuser zum Übergangsleiter des Erzbistums Köln ernannt. Während Kardinal Woelki eine Auszeit nimmt, übernimmt Steinhäuser die Amtsgeschäfte - bis zum Aschermittwoch 2022. Seit fast zwei Wochen ist der Weihbischof im Auftrag des Papstes nun nicht nur für die „ordnungsgemäße Verwaltung" des Erzbistums verantwortlich, wie er in einem Grußwort wissen ließ. Vor allem wolle er einen Weg der  „Versöhnung und Erneuerung" anstoßen, so wie es Papst Franziskus angeregt habe.

„Mir ist es wichtig, zu versuchen, Gesprächsfäden wiederaufzunehmen und die Handlungsblockaden zu lockern", hatte Steinhäuser gleich zu Beginn seiner Amtszeit erklärt. Hohe Erwartungen dämpfte er: „In viereinhalb Monaten verändern Sie eine Diözese nicht inhaltlich", sagte Steinhäuser der KNA am Sonntagabend. Er versuche einen Prozess einzuleiten, „aber unter der klaren römischen Prämisse, dass der Kardinal wiederkommt".

„Ich werde hören, was sie mir raten für diese kurze mir gegebene Zeit“

In den kommenden Wochen wolle er mit allen Gremien im Erzbistum ins Gespräch kommen, so Steinhäuser weiter. „Ich werde hören, was sie mir raten für diese kurze mir gegebene Zeit." Auch dem Diözesanrat der Katholiken habe er ein Gesprächsangebot gemacht. Ein Termin stehe allerdings noch nicht fest. Die Vertretung der Laien in Deutschlands mitgliederstärkster Diözese habe ihm zuvor mitgeteilt, dass sie sich an der von Papst Franziskus ausgerufenen Weltsynode nicht beteiligen werde. Anfang des Jahres hatte der Diözesanrat die Zusammenarbeit mit der Bistumsleitung unter Kardinal Rainer Maria Woelki aufgekündigt. Dieser befindet sich seit Kurzem in einer Auszeit. 

Auch kritische Stimmen hören

Die aktuelle Situation streifte Steinhäuser während des knapp zweistündigen Gottesdienstes im Altenberger Dom nur am Rande. In seiner Predigt rief er die Kirche auf, auch auf kritische Stimmen zu hören. „Eine synodale Kirche ist keine Kirche der Reinen." In solch einer Kirche sei stattdessen „Platz für die Störer, die Kritiker". Mit der Zeremonie, bei der auch Steinhäusers Delegat und Woelkis Generalvikar Markus Hofmann mit am Altar stand, eröffnete der Weihbischof die von Papst Franziskus ausgerufene Weltsynode im Erzbistum Köln. In dem zunächst auf gut zwei Jahre angelegten, mehrstufigen Dialog soll die Kirche vor allem einen anderen Umgangsstil einüben.

„Eine synodale Kirche ist keine Kirche der Reinen“

Hintergrund

Im Erzbistum Köln hat vor allem die Aufarbeitung von Missbrauchsfällen zu einer Vertrauenskrise geführt. Papst Franziskus erklärte nach einer Untersuchung, Woelki habe „große Fehler" in der Kommunikation gemacht, aber keine Verbrechen vertuschen wollen. Der Kardinal betonte, er wolle nach der Auszeit wieder seinen Dienst aufnehmen. Bis dahin leitet Weihbischof Steinhäuser das Erzbistum.

(kna - sst)

25 Oktober 2021, 08:57