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Genezareth-Kirche mit Sonnenkollektoren in Berlin-Neukölln Genezareth-Kirche mit Sonnenkollektoren in Berlin-Neukölln 

D: Kirche will ihr Schöpfungsengagement stärken

Die Deutsche Bischofskonferenz hat an diesem Montag erstmalig eine Dokumentation über den Stand des Schöpfungsengagements in den deutschen Bistümern vorgelegt. Die neue Arbeitshilfe mit dem Titel „Unser Einsatz für die Zukunft der Schöpfung – Klima- und Umweltschutzbericht 2021“ der Deutschen Bischofskonferenz gibt umfassend Auskunft darüber, wie die katholische Kirche in Deutschland Nachhaltigkeit fördert und zu einem sozial-ökologischen Wandel beiträgt.

Der Bericht erläutert zunächst das kirchliche Engagement in den Handlungsbereichen Liturgie und Verkündigung, Bildung, Gebäudemanagement, Mobilität und nachhaltiges Wirtschaften. Dann werden die Aktivitäten in den einzelnen (Erz-)Bistümern und in katholischen Organisationen wie dem Deutschen Caritasverband, der Deutschen Ordensobernkonferenz, dem Zentralkomitee der deutschen Katholiken und den weltkirchlichen Hilfswerken dargestellt. Ziel der Veröffentlichung sei unter anderem, einen vertieften Austausch über das Schöpfungsengagement zwischen den Diözesen und Organisationen anzuregen.

Das Engagement der Kirche

„Die sozial-ökologische Transformation der Gesellschaft hat Fahrt aufgenommen. Die Kirche möchte sich hier nach Kräften einbringen“, schreibt Bischof Georg Bätzing, Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz, im Vorwort. Svenja Schulze, Bundesministerin für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit, betont in ihrem schriftlichen Grußwort: „Es ist ein wichtiges gesellschaftspolitisches Signal, wenn sich die Deutsche Bischofskonferenz jetzt mit einem eigenen Klima- und Umweltschutzbericht zu Wort meldet. Die katholischen Diözesen, Orden, Verbände und Laienorganisationen sind Akteure, die vor Ort mit Klimaschutzkonzepten für mehr Nachhaltigkeit sorgen.“

Bei der Vorstellung der Dokumentation in einer Online-Pressekonferenz hob Bischof Heiner Wilmer SCJ aus Hildesheim, Vorsitzender der Kommission für gesellschaftliche und soziale Fragen der Deutschen Bischofskonferenz, hervor, dass sich die katholische Kirche „aus unserem Glauben an den Schöpfergott“ für Klima- und Umweltschutz engagiere. „Es gibt für Christen keine größeren Gebote als die Liebe zu Gott und die Liebe zum Nächsten. Indem wir helfen, Gottes Schöpfung für uns, für alle Menschen dieser Erde und für die nachkommenden Generationen zu bewahren, kommen wir beiden Aufforderungen gleichermaßen nach.“ Zudem betonte er das starke Bewusstsein in der Kirche um die Bedrohung der Schöpfung und um die Notwendigkeit zu Handeln. Dazu zählt auch die große Vielfalt des kirchlichen Schöpfungsengagements, speziell durch den Bildungsbereich und den sozial-caritativen Bereich, durch Schöpfungsspiritualität und durch den diakonischen und politischen Einsatz für die Armen und Schwachen weltweit.

Taten statt Worte

„Wenn wir als katholische Kirche glaubwürdig sein wollen, bedeutet das, nicht nur Forderungen zu stellen, sondern eigene Ansprüche auch umzusetzen“, ergänzte der Vorsitzende der Arbeitsgruppe für ökologische Fragen der Kommission für gesellschaftliche und soziale Fragen, Weihbischof Rolf Lohmann aus Münster. Es sei daher richtig und wichtig, „dass wir auch beim Thema Bewahrung der Schöpfung den Blick auf uns selbst und auf unser Handeln lenken“. Jedes Bistum habe einen Beitrag verfasst, „der mit selbst gewählten Schwerpunkten über das jeweilige Engagement informiert und zugleich in die Tiefe geht. Die Unterschiedlichkeiten und die Vielfalt werden dabei sehr deutlich“, so Weihbischof Lohmann. Als beispielhafte, gelingende Elemente hob er Klimafonds zur Unterstützung von Kirchengemeinden, regionale Zusammenschlüsse mit anderen gesellschaftlichen Akteuren sowie niedrigschwellige Bildungsangebote bei nachhaltiger Entwicklung für junge Menschen hervor. Vielfach gebe es gleichwohl auch Schwierigkeiten, die man zunächst erkennen müsse, „um anschließend daran zu arbeiten und besser zu werden“.

Bischof Franz-Josef Overbeck (Essen), der ehemalige Vorsitzende der Kommission für gesellschaftliche und soziale Fragen, bezeichnete den Bericht als „Selbstvergewisserung“: „Er zeigt uns, wo wir stehen.“ Zudem wies er auf die Unterschiedlichkeit der Diözesen und Erzdiözesen etwa bei Katholikenzahl, Fläche oder Ressourcenausstattung hin, was sich auch auf den Stand des jeweiligen Schöpfungsengagements auswirke. Der Bericht solle diesem Umstand gerecht werden und „Grundlage für Diskussionen und Dialog sein, gerne auch mit unterschiedlichen Meinungen, aber aufrichtig und ehrlich“. Abschließend betonte Bischof Overbeck: „Die Bekämpfung des Klimawandels in all seinen Facetten ist die aktuell größte gesellschaftliche Herausforderung. Sie sei somit auch für die katholische Kirche eine Herausforderung, der wir uns gemeinsam stellen müssen – die Zeit drängt.“

(pm – mg)

25 Oktober 2021, 14:03