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Bischof Joseph Maria Bonnemain von Chur Bischof Joseph Maria Bonnemain von Chur  (Jürg Waldmeier)

Schweiz: Jugend-Beratergremium für Churer Bischof geplant

Der Churer Bischof Joseph Bonnemain hat die Einrichtung eines Jugendrates „als enges Beratungsgremium des Bischofs“ angekündigt. Mit Blick auf den Synodalen Prozess rief er zu Hartnäckigkeit und Geduld auf.

Dies sagte Bischof Bonnemain am Wochenende in einer Predigt zur Eröffnung des Synodalen Prozesses im Bistum Chur. Darin wandte sich der Bischof direkt an junge Gläubige, die er als „Protagonisten“ und „Hauptakteure“ des Synodalen Prozesses im Bistum bezeichnete - kurz vor dem Gottesdienst hatte sich Bonnemain mit jungen Leuten ausgetauscht: „Wir haben heute beschlossen, dass wir im Bistum einen Jugendrat bilden werden, als enges Beratungsgremium des Bischofs, damit ihr Initiativen, Ideen, Anstöße geben könnt, wie unsere Kirche eine liebende, geschwisterliche Kirche werden kann“, teilte der Bischof in seiner Predigt mit.

Was können wir für Gott tun?

Mit Blick auf den Wunsch nach einer synodalen Kirche gab der Bischof bei dem Gottesdienst in Einsiedeln zu bedenken: „Es geht um eine Kirche, in der es keine Profiteure gibt, sondern in der alle aktiv mitmachen und mittragen.“ Dabei sollte auch die Frage im Vordergrund stehen: „Gott, was können wir für dich tun?“ und nicht nur „Was kannst du für uns tun?“, unterstrich Bonnemain. „Wahre Kirche ist eine geschwisterliche Gemeinschaft, in der alle geben und alle empfangen.“

„Bester Platz“ in dieser Kirche sei das Herz Gottes, so der Bischof, und man könne nur dort sein, „wenn man diesen Platz bewusst mit allen teilen will.“ Und er entfaltete diesen Gedanken für die gesamte Kirche: „Eine Kirche, in der der Papst den besten Platz und den wichtigsten Platz haben möchte – sozusagen als Superboss… eine Kirche, in der die Bischöfe sich als wichtiger als die anderen betrachten und eigenmächtig entscheiden, eine Kirche, in der die Theologinnen und Theologen sich behaupten wollen, eine Kirche, in der die Pfarrer kommandieren, ist eine peinliche, unfruchtbare und überflüssige Kirche. Capito? Ist das klar?“

Ausdauer, Hartnäckigkeit, Geduld

Für den gestarteten Synodalen Prozess empfahl der Churer Bischof Ausdauer, Hartnäckigkeit und Geduld. Dies legte er vor allem den jungen Gläubigen ans Herz: „Für den Jugendrat hoffe ich mit Mittragenden rechnen zu können, die sich nicht leicht entmutigen lassen, wenn die geschwisterliche und partizipative Entwicklung der Kirche nicht so recht vorankommen will. Es wird manche Jahre brauchen, bis die Ergebnisse sichtbar werden. Wir sollen dranbleiben und Schritt für Schritt vorankommen. Es lohnt sich. Jeder von uns sollte sich im Herzen zu Jesus sagen ,Rechne mit mir. Wir können es. Da bin ich.‘“

Ein ehemaliger Churer Bischof ist nicht dabei

Ein ehemaliger Bischof von Chur, der heute im liechtensteinischen Erzbistum Vaduz wirkt, will sich derweil nicht am weltweiten Synodalen Prozess beteiligen. „Ich bin der Auffassung, dass in unserem kleinen Erzbistum von der Durchführung eines solch komplexen und mitunter gar komplizierten Verfahrens, das in unseren Breiten Gefahr läuft, ideologisch verzweckt zu werden, aus guten Gründen abgesehen werden kann", teilte Erzbischof Wolfgang Haas kurz vor Start der Weltsynode auf Diözesanebene auf der Homepage des Erzbistums mit

Erzbischof Haas begründet dies auch mit der Größe der Erzdiözese. Die Nahverhältnisse in den Pfarreien ermöglichten einen schnellen und unkomplizierten Kontakt von Seelsorgern und Laien, „so dass schon immer ein geistiger und geistlicher Austausch möglich war und ist", so Haas. "Alle, die dies wollen, können miteinander in Dialog treten, aufeinander hören sowie über Anregungen, Wünsche und Vorstellungen im kirchlichen Alltag eine persönliche Kommunikation pflegen." Haas ist seit 1997 Leiter des damals neu errichteten Erzbistums Vaduz. Zuvor war er Bischof von Chur in der Schweiz.

- aktualisiert am 19.10. um 8:58 -


(vatican news – pr)
 

18 Oktober 2021, 16:20