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D: Bistum Hildesheim veröffentlicht Missbrauchs-Gutachten

Auch nach der Veröffentlichung eines neuen Missbrauchsgutachtens für das Bistum Hildesheim an diesem Bistum bleibt offen, ob sich der frühere Bischof Heinrich Maria Janssen selbst an Kindern vergangen hat. Das Gutachten stellt allerdings im Umgang mit Missbrauchsfällen „eklatante Missstände“ fest.

Es könne nicht festgestellt werden, „ob Bischof Janssen sexuellen Missbrauch oder sexuelle Grenzüberschreitungen gegenüber Minderjährigen begangen hat“, heißt es in dem am Dienstag vorgelegten Bericht. „Es ergeben sich allerdings verschiedene Facetten eines problematischen Umgangs mit sexualisierter Gewalt und Sexualität.“

Die Gutachter um die ehemalige niedersächsische Justizministerin Antje Niewisch-Lennartz stellten „eklatante Missstände“ im Umgang mit Missbrauch während Janssens Amtszeit zwischen 1957 und 1982 fest.
„Demnach gab es von kirchlicher Seite Zuwendung und Schutz für die Täter, während die Betroffenen keinerlei Hilfsangebote erhielten und mit ihrem Leid allein gelassen worden sind“, erklärte das Bistum.

Die Untersuchung mache sichtbar, dass es „massives Unrecht“ gegenüber Kindern in katholischen Heimen gab. Insbesondere im Bernwardshof in Hildesheim-Himmelsthür werde über physische, psychische und sexualisierte Gewalt berichtet.

Erster deutscher Bischof mit derartigen Vorwürfen

Janssen (1907-1988) ist der erste deutsche Bischof, dem sexueller Missbrauch von Minderjährigen angelastet wird. Die Vorwürfe stammen aus zwei Quellen. Schon ein 2017 veröffentlichtes Gutachten hatte sich mit einem Teil der Vorwürfe beschäftigt. Die Autoren konnten ihn damals ebenfalls weder beweisen noch entkräften.

Wilmer hatte das nun vorgestellte Gutachten, das sich ausschließlich auf die Amtszeit Janssens konzentriert, im April 2019 beauftragt. Der heutige Hildesheimer Bischof kündigte bereits an, zügig die Zeit nach 1982 und somit auch seine eigene Amtsperiode untersuchen lassen zu wollen.

(kna – sk)
 

14 September 2021, 14:05