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Plenarsitzung im Europäischen Parlament in Strasbourg Plenarsitzung im Europäischen Parlament in Strasbourg 

D/EU: Lebensschutz geht alle an

Die katholische Kirche verwahrt sich gegen jeden Versuch, „von Populisten und Extremisten vereinnahmt zu werden, die mit ihren Parolen zum Lebensschutz eigennützig nur vermeintlich christliche Positionen vertreten, die sie in anderen Kontexten nur zu gerne ignorieren“. Das hebt der Vorsitzende der Kommission für gesellschaftliche und soziale Fragen der Deutschen Bischofskonferenz und Vizepräsident der Kommission der Bischofskonferenzen der Europäischen Union (COMECE), der Essener Bischof Franz-Josef Overbeck hervor. Er bezieht sich auf den sogenannten Matic-Bericht des Europäischen Parlaments, in der Abtreibung zum Menschenrecht erklärt werden soll.

Menschenrechte seien ein hohes Gut, so die EU-Bischöfe und die Gegner des Berichts. Sie erinnern, dass 1948 die Vereinten Nationen die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte verabschiedeten. Der sogenannte Matic-Bericht im Europäischen Parlament fordert nun Abtreibung zum Menschenrecht zu erklären. Über den Bericht soll diese Woche im EU-Parlament abgestimmt werden. Susanne Wenzel ist Pressesprecherin von den Christdemokraten für das Leben. Im Gespräch mit Radio Horeb sagt sie über diesen Bericht und mögliche Auswirkungen:

„Das ist ein fatales Signal für den Schutz des ungeborenen Lebens und für das Lebensrecht als Ganzes, aber eben auch für das Grundrecht auf Gewissensfreiheit, das schon länger in Europa und auch weltweit unter Beschuss steht.“

Hier hören Sie das Interview mit Susanne Wenzel, Pressesprecherin der Christdemokraten für das Leben e.V. (CDL)

Abtreibung als Menschenrecht erklären

Im EU-Parlament werde mit dem Matic-Bericht ein Bereich behandelt, der versuche Abtreibung zum Menschenrecht zu erklären und die Gewissensfreiheit von Ärzten stark ein zu schränken. Der Bericht kommt vom kroatischen Sozialisten Predrag Matic und trägt offiziell den Titel „Bericht über die Lage im Hinblick auf die sexuelle und reproduktive Gesundheit und die damit verbundenen Rechte in der EU im Zusammenhang mit der Gesundheit von Frauen“.

Im Vorfeld gab und gibt es Protestaktionen - etwa in Brüssel, wo sich der Plenarsaal des Europaparlaments befindet.

„Bei den Befürwortern ist es unter bestimmten Konstellationen, zu der etwas eigenartigen Konstruktion gekommen, dass unter bestimmten Bedingungen die Abtreibung dann als straffrei, aber doch rechtswidrig betrachtet wird. SPD, die Linke und Grüne machen auch keinen Hehl daraus, dass sie die bisherige Regelung in Deutschland lieber heute auf morgen auch abgeschafft sehen und da gibt es auch gerade unter dem Deckmantel der Corona-Maßnahmen schon den ein oder anderen Vorstoß, wie etwa die Beratungspflicht vollständig auszusetzen und das wird auch künftig eines der relevanten Themen werden. Da glaube ich brauchen wir uns keinen Illusionen hinzugeben und darauf sollten wir auch vorbereitet sein.“

(radio horeb – mg)

22 Juni 2021, 11:18