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Papageien in einem Vogelschutzpark in Honduras Papageien in einem Vogelschutzpark in Honduras  (AFP or licensors)

D: Bischöfe machen sich für Schutz der Biodiversität stark

Der Rückgang der Artenvielfalt und genetischer Vielfalt, aber auch der Zustand des ganzen Ökosystems macht den deutschen Bischöfen Sorgen. Die katholische Bischofskonferenz veröffentlichte daher diesen Freitag ein Grundsatzpapier, das Sichtweisen der Biologie, Ökonomie, Philosophie und Theologie zur Biodiversität zusammenführt.

Der Expertentext mit dem Titel „Vom Wert der Vielfalt– Biodiversität als Bewährungsprobe der Schöpfungsverantwortung" wurde von der Arbeitsgruppe für ökologische Fragen der Kommission für gesellschaftliche und soziale Fragen der Deutschen Bischofskonferenz erarbeitet.

Nach einer Darstellung des massiven Rückgangs der Biodiversität durch menschliche Einflüsse benennt der Expertentext expansive Raum- und Ressourcenbeanspruchung, Abholzung und den übermäßigen Einsatz von Nährstoffen und Chemikalien in der Landwirtschaft als wichtigste Ursachen. Anschließend wird die Bedeutung von Biodiversität – nicht zuletzt für den Menschen – herausgestellt.

Bischof Franz-Josef Overbeck (Essen), Vorsitzender der Kommission für gesellschaftliche und soziale Fragen, bringt die Dramatik in seinem Vorwort auf den Punkt: „Der Rückgang der Biodiversität ist neben dem Klimawandel die zweite große ökologische Krise unserer Zeit.“ Zudem wirbt er für das Vorsichtsprinzip: „Es ist um ein Vielfaches besser und einfacher, Arten zu schützen und Ökosysteme zu bewahren, als einmal aus dem Gleichgewicht geratene Ökosysteme zu ‚reparieren‘ – falls das überhaupt noch möglich ist.“

„Der Rückgang der Biodiversität ist neben dem Klimawandel die zweite große ökologische Krise unserer Zeit“

Konkrete Handlungstipps

Als konkrete Handlungsansätze für eine Verbesserung der Situation werden Überlegungen präsentiert, in welche Richtung z. B. die Agrarpolitik reformiert werden sollte und wie die Landnutzung nachhaltiger werden könnte. Auch Möglichkeiten, wie die kirchliche Praxis zum Schutz der Biodiversität beitragen kann, werden dargelegt, beispielsweise beim Umgang mit Kirchenland und mit Lebensmitteln, in der Bildungsarbeit und durch eine Stärkung der Schöpfungsspiritualität.

„Wir müssen als katholische Kirche unsere Verantwortung für die Schöpfung ernst nehmen“

Weihbischof Rolf Lohmann (Münster), Vorsitzender der Arbeitsgruppe für ökologische Fragen der Kommission für gesellschaftliche und soziale Fragen, ergänzt: „Ich wünsche der Arbeitshilfe eine breite Rezeption in den deutschen (Erz-)Diözesen. Wir müssen als katholische Kirche unsere Verantwortung für die Schöpfung ernst nehmen. Mit dem Schutz der Biodiversität anerkennen wir auch Gott als ihren Schöpfer. Gehen wir freudig ans Werk und setzen wir uns nach Kräften für die Ökosysteme und unsere Mitgeschöpfe ein, denn sie sind so wertvoll!“

Die Arbeitshilfe zur Biodiversität kann gegen einen geringen Unkostenbeitrag auf der Internetseite der Bischofskonfrenz heruntergladen oder bestellt werden. 

(pm - sst) 

25 Juni 2021, 14:58