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Minderjährige Migranten, die schwimmend an der spanischen Enklave Ceuta angelangt sind, werden durch Beamten versorgt Minderjährige Migranten, die schwimmend an der spanischen Enklave Ceuta angelangt sind, werden durch Beamten versorgt  (AFP or licensors)

D: misereor würdigt Fluchtursachen-Bericht von Expertenkommission

Der jüngst vorgelegte Bericht der Experten-Kommission Fluchtursachen und die darin enthaltenen „klaren Forderungen“ stoßen auf Zustimmung beim kirchlichen Entwicklungshilfswerk misereor.

Dessen Hauptgeschäftsführer Pirmin Spiegel nannte ihn am Mittwoch in Aachen einen „wichtigen Beitrag zur Versachlichung der Debatte um Einwanderung und Flucht“. Er lenke den Blick über Europa hinaus auf strukturelle Gründe für Migration, so Spiegel in der Presseaussendung des Hilfswerkes.

Eine unabhängige Kommission von 24 Mitgliedern aus Wissenschaft, Nichtregierungsorganisationen, Wirtschaft und internationalen Organisationen hatten den Bericht mit 15 Empfehlungen der deutschen Bundesregierung am Dienstag vorgelegt. Nach UN-Angaben befinden sich derzeit rund 80 Millionen Menschen auf der Flucht. Die meisten finden in ärmeren Nachbarländern Aufnahme.

Blick nicht nur auf Europa richten

Der Bericht zeige auf der einen Seite „unsere eigene Verantwortung“ auf, die mit unserem Wirtschafts- und Wachstumsmodell, aber auch der Landwirtschaftspolitik und den Rüstungsexporten zusammenhänge, so Spiegel. Andererseits würden auch konkrete politische Forderungen an die künftige Bundesregierung gestellt.

Dazu gehöre, „Bleibeperspektiven für potenzielle Migrantinnen und Migranten durch bessere Förderung und gute Regierungsführung in deren Heimatländern, zugleich mehr und besser planbare Kontingente für die humanitäre Aufnahme in Europa sowie mehr geordnete legale Wege in die EU“ zu entwickeln. Es sei nicht ausreichend, „den Blick nur auf die Lage in Europa und an dessen direkten Außengrenzen zu richten“, so die Mahnung des Hilfswerkes.

Hilfe für Binnenvertriebene

Vor allem Binnenvertriebene, die in ihren eigenen Ländern bleiben wollten oder müssten, benötigten mehr Solidarität. „Sie bilden die größte Gruppe Zwangsvertriebener weltweit und bekommen häufig am wenigsten Unterstützung von außen“, unterstreicht Spiegel. 

Vor Ort müsse die nächste Regierung in Deutschland „mehr für Krisen-Prävention tun und strukturelle Gründe von Migration wie den Klimawandel sowohl in Deutschland als auch weltweit angehen“. Dafür habe die Kommission „gute praktische Ansätze“ aufgezeigt. „Jetzt müssten Deutschland und die EU den festen politischen Willen aufbringen, Migration nicht nur mit Zäunen und der Grenzschutzagentur Frontex zu begegnen, sondern im Sinne der Fluchtursachen-Kommission die vielfältigen Herausforderungen mit einem ganzheitlichen Konzept weit über Europas Grenzen hinaus anzupacken“, sagte der Hauptgeschäftsführer von misereor.

(pm/kna - cs)

19 Mai 2021, 15:03