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Vatican News
Eine Migrantenfamilie aus Venezuela an der Grenze zwischen Bolivien und Chile Eine Migrantenfamilie aus Venezuela an der Grenze zwischen Bolivien und Chile  (AFP or licensors)

D: „Kirche als Anwalt von Menschen ohne Aufenthaltspapiere“

Der Migrationsbeauftragte der Deutschen Bischofskonferenz (DBK), der Kölner Weihbischof Ansgar Puff, hat gemeinsame Strategien gefordert, um Menschen ohne Aufenthaltspapiere zu ihrem Recht zu verhelfen. Der stellvertretende Vorsitzende der Migrationskommission der DBK äußerte sich bei der XVI. Jahrestagung Illegalität, die diesen Mittwoch endete.

In seinem Eröffnungs-Statement der Tagung, die Corona-bedingt dieses Jahr nur online stattfand, sagte Weihbischof Puff: „Gemeinsam mit vielen zivilgesellschaftlichen Akteuren ist die Kirche Anwalt und Sprachrohr für Menschen ohne Aufenthaltspapiere. Die Menschenrechte gelten auch für sie. Deshalb treten wir gemeinsam dafür ein, dass die grundlegenden Teilhabemöglichkeiten von Menschen in der aufenthaltsrechtlichen Illegalität gestärkt werden.“

Kernanliegen der Tagung sei es, auf die Lage von Menschen ohne Aufenthaltspapiere aufmerksam zu machen. Es gehe um eine „‚Sichtbarmachung‘ von Menschen, die mitten unter uns leben, aber unsichtbar bleiben wollen oder müssen“, so der Kölner Weihbischof laut einer Pressemitteilung der Bischofskonferenz. Um Menschen ohne Aufenthaltspapiere zu helfen brauche es Empathie, Kreativität und „politischen Mut“.

Die Tagung

Die XVI. Jahrestagung Illegalität stand unter dem Thema „Sichtbarkeit, Repräsentation und Teilhabe für Menschen in aufenthaltsrechtlicher Illegalität“. Mehr als 130 Fachleute aus Kirche und Nichtregierungsorganisationen, Verwaltung, Politik und Wissenschaft nahmen laut der DBK dieses Jahr teil. Organisiert wurde die Fachtagung vom Katholischen Forum „Leben in der Illegalität“ in Zusammenarbeit mit der Katholischen Akademie in Berlin und dem Rat für Migration, einem unabhängigen Zusammenschluss von Migrationswissenschaftlern.

Das Katholische Forum „Leben in der Illegalität" wurde 2004 auf Initiative der Migrationskommission der Deutschen Bischofskonferenz gegründet; Weihbischof Puff ist Vorsitzender. Das Forum setzt sich laut eigener Aussage dafür ein, dass Menschen in der aufenthaltsrechtlichen Illegalität in Deutschland ihre grundlegenden sozialen Rechte in Anspruch nehmen können, ohne deshalb die Abschiebung befürchten zu müssen. Neben der Migrationskommission der Deutschen Bischofskonferenz sind der Deutsche Caritasverband, die Katholische Arbeitsgemeinschaft Migration, der Malteser-Hilfsdienst und der Jesuiten-Flüchtlingsdienst Träger des Forums.

(pm – sst) 

10 März 2021, 16:29