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In den kalten Wintermonaten ist die Not der Flüchtlinge besonders groß In den kalten Wintermonaten ist die Not der Flüchtlinge besonders groß  

Ö: Bischof Glettler unterstützt Protest für Flüchtlinge

„Man darf die Menschen, die auf Lesbos in einem überfüllten Notlager ohne ausreichenden Schutz vor Kälte und Nässe festsitzen, nicht zum Spielball einer europäischen ­Abschreckungspolitik machen." Das hat der Innsbrucker Bischof Hermann Glettler anlässlich einer Solidaritätsaktion junger Tiroler betont. Glettler war im Advent selbst zum Flüchtlingslager Kara Tepe auf Lesbos aufgebrochen.

In diesem Zusammenhang erneuerte der Bischof die kirchlicherseits vielfach geäußerte Bitte an Bundeskanzler Sebastian Kurz, zumindest 100 Familien in Österreich aufzunehmen. Gemeint seien Familien, die ohnehin schon einen positiven Asylbescheid hätten, aber von Lesbos nicht wegkommen. „Die aktuelle Notlage und unser Gewissen verpflichten uns dazu“, sagte Glettler am Montag gegenüber Kathpress.

„Selbstverständlich braucht es auch die Hilfe vor Ort, gerade für Kinder. Aber man sollte das eine nicht gegen das andere ausspielen", meinte Glettler. Eine breite Bewegung in ganz Österreich wünscht sich mittlerweile eine humanitäre Aufnahme der Notleidenden, betonte der Bischof von Innsbruck.

Mehr als 100 Protestierende

Dass die Wiener Bundesregierung trotz der unbestritten desolaten Verhältnisse auf Lesbos bei ihrem Nein zur Aufnahme von Flüchtlingen bleibt, wollte Niki Neureiter, Gründer der Initiative „Ein Wochenende für Moria“, laut Tiroler Tageszeitung nicht länger hinnehmen. Um an die „moralische Pflicht“ der Regierung zu erinnern, verbringen Neureiter und inzwischen wie viele andere Tiroler als Privatpersonen die Wochenenden in Zelten am Vorplatz des Innsbrucker Landestheaters. Als am Samstagabend Kerzen als Zeichen der Solidarität angezündet wurden, gesellte sich auch Bischof Glettler zu den inzwischen mehr als 100 Protestierenden.

(kap - skr)

 

04 Januar 2021, 13:27