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Pater Zollner startet Kinderschutz-Podcast

Kinder gehören zu den Verlierern der Corona-Pandemie: Nicht nur, weil Schulen schließen und das Lernen mühsam geworden ist. Sondern auch, weil jetzt nicht mehr so viele Lehrer oder Betreuer mitkriegen, wenn Kinder zuhause oder im familiären Umfeld Missbrauch erleben.

Darauf hat jetzt der Kinderschutz-Experte Hans Zollner aufmerksam gemacht. Der deutsche Jesuitenpater leitet das katholische Kinderschutzzentrum an der Päpstlichen Universität Gregoriana in Rom.

In Zusammenarbeit mit dem St.-Michaelsbund in München hat Pater Zollner jetzt eine Podcast-Serie gestartet: Darin will er regelmäßig über seine Arbeit für die Prävention von Missbrauch berichten. Gegenüber Radio Vatikan erläuterte Zollner am Donnerstag die Einzelheiten.

Hier im Audio: Pater Zollner startet Kinderschutz-Podcast

Interview

Radio Vatikan: Pater Zollner, Sie haben mit unseren Kollegen vom Münchner Kirchenradio einen neuen Podcast aufgelegt, da geht es um aktuelle Themen des Kinderschutzes. Können Sie uns ein bisschen mehr zu diesem Podcast sagen?

„Dieser Podcast hat den Titel ‚Würde.Leben‘. Wir wollen mit diesen Podcasts Themen aufgreifen, die speziell um die Prävention von Missbrauch in der Kirche und das Aufarbeiten von Missbrauch kreisen. Und wir wollen unsere Arbeit im Kinderschutz-Zentrum der Gregoriana vorstellen.“

„Wir wollen damit nicht nur ein kirchlich interessiertes Publikum erreichen“

Radio Vatikan: Wie kam Ihnen denn die Idee, und was wollen Sie letztlich damit erreichen?

„Podcasts sind heutzutage sehr wichtige Kommunikationsmittel, und ein Podcast ist eben gut geeignet, wenn es um Dinge geht, die man auch etwas ausführlicher erklären sollte und die man auch im Sprechen erklären sollte – also auch im Dialog mit jemanden, der oder die Fragen stellt oder auch andere Ansichten hat. Wir wollen damit nicht nur ein Publikum erreichen, das sich speziell für kirchliche Themen interessiert, sondern auch drüber hinaus.“

Radio Vatikan: In welchen Abständen gibt es diesen Podcast?

„Wir haben uns vorgenommen, diesen Podcast einmal im Monat zu machen; er kommt immer - mehr oder weniger - am letzten Donnerstag im Monat heraus. Es sollte so zwischen 15 und 20 Minuten sein. Vorerst ist es nur auf Deutsch, aber längerfristig wollen wir das und wir wollen das dann auch in anderen Sprachen machen.“

Radio Vatikan: Wie kann man diesen Podcast finden, oder wie kann man darauf zurückzugreifen?

„Man findet ihn auf allen Podcast Diensten, also bei Google Podcasts, bei Apple Podcast, bei Deezer oder bei Spotify, wenn man ‚Würde. Leben‘ eingibt oder auch ‚Kinderschutz-Zentrum, Center for child protection‘ der Gregoriana.“

„Es ist ein Risiko, wenn die Kinder den ganzen Tag mehr oder weniger vor ihren Smartphones oder Tablets sitzen“

Radio Vatikan: Was ist denn das Thema des aktuellen Podcasts?

„Es handelt sich natürlich um ein sehr aktuelles Thema, nämlich wie die Pandemie und wie der Lockdown die Situation von Kindern, Jugendlichen und schutzbefohlenen Erwachsenen verändert hat – mit Blick darauf, welchen Gefahren sie ausgesetzt sind, etwa wenn sie zu Hause mehr oder weniger eingesperrt sind. Wir gehen auch darauf ein, welches spezifische Risikopotential es gibt, wenn die Kinder den ganzen Tag mehr oder weniger vor ihren Smartphones oder Tablets sitzen und da leichter auch Opfer von sexueller Gewalt werden können, die sich im Internet ausdrückt.“

Radio Vatikan: Gibt es in den Podcasts auch Hinweise darauf, wie man als Betroffener – oder wenn man von einem Betroffenen weiß – Hilfe holen kann?

„Wir werden eine der Folgen mit und für Betroffene machen, da sind wir noch in der Planung: Aber natürlich wird es eine Rolle spielen.“

(vatican news – mario galgano)
 

28 Januar 2021, 14:25