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„Fratelli tutti“ leben: Fazenda da Esperança in Berlin aufbauen

In seiner Enzyklika „Fratelli tutti“ plädiert Papst Franziskus für einen Wandel der Menschen - hin zu mehr gelebter Geschwisterlichkeit, Nächstenliebe und Solidarität. In Berlin tut sich dazu schon ganz konkret etwas: Die Lektüre des Schreibens hat Mitglieder der „Fazenda da Esperança“ („Hof der Hoffnung“) darin bestärkt, die christliche Suchthilfe auch in der Landeshauptstadt zu etablieren.

„Es wird immer deutlicher, dass die soziale und politische Unbekümmertheit viele Orte der Welt zu trostlosen Straßen macht, wo innere und internationale Auseinandersetzungen sowie Gelegenheitsplünderungen viele Ausgestoßene am Straßenrand liegen lassen“, schreibt Papst Franziskus in seiner dritten Enzyklika „Fratelli tutti“. Der Papst ruft so dazu auf, dem Beispiel des barmherzigen Samariters aus der Bibel zu folgen.

Aufforderung zum Handeln

„Das Gleichnis zeigt uns, mit welchen Initiativen man eine Gemeinschaft erneuern kann, ausgehend von Männern und Frauen, die sich der Zerbrechlichkeit der anderen annehmen. Sie lassen nicht zu, dass eine von Exklusion geprägte Gesellschaft errichtet wird, sondern kommen dem gefallenen Menschen nahe, richten ihn auf und helfen ihm zu laufen, damit das Gute allen zukommt“, führt Franziskus dazu weiter aus. Ein Appell, den Christoph de Holanda Jung von der Fazenda da Esperança gern aufnimmt:

„dorthin, wo es am dunkelsten und hoffnungslosesten ist. Wo Menschen hausen, gefangen von Drogen und Prostitution“

„Die Enzyklika sehe ich als Herausforderung und Aufforderung wirklich konkret zu werden. Ich habe in Brasilien mit unserer Gemeinschaft eine lange Erfahrung, wo wir wöchentlich auf die Straße gegangen sind - dorthin, wo es am dunkelsten und hoffnungslosesten ist. Wo Menschen hausen, gefangen von Drogen und Prostitution. Mit unserem Wunsch, in ihnen in der Tiefe Jesus zu begegnen, konnten wir über unser Gespräch und unsere warme Suppe hinaus wahre Wunder bewirken. Viele kamen auf uns zu, wollten raus und machten dann einen erfolgreichen Neuanfang in unserer Einrichtung. Gerade sind wir dabei, so etwas auch in Berlin aufbauen. Das ist für mich die Enzyklika konkret leben“, berichtet Jung Radio Vatikan.

Hier im Audio
Christoph Jung mit einer Gruppe der Fazenda da Esperança
Christoph Jung mit einer Gruppe der Fazenda da Esperança

Mehr zur Fazenda da Esperança

In ganz Deutschland gibt es bislang sieben Bauernhöfe der Hoffnung (dt. für Fazenda da Esperança), die jungen Menschen mit Hilfe des christlichen Glaubens einen Weg aus der Sucht bieten. „Wir versuchen den Egoismus der Sucht und die Kälte der Depression in einem familiären Zusammenleben zu heilen, welches von Respekt, Wertschätzung und Nächstenliebe geprägt ist“, heißt es dazu auf der Internetseite der Fazenda da Esperanca .

(vatican news - sst)

 

27 Oktober 2020, 10:14