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Archivbild: Proteste gegen Abschiebung in Österreich im Dezember 2019 Archivbild: Proteste gegen Abschiebung in Österreich im Dezember 2019 

Österreich: Diözese Graz gegen Abschiebung

„Unchristlich und unsinnig“: Die angekündigte Abschiebung des aus Afghanistan stammenden Asylbewerbers Ali Ahmed Amiri war am Mittwoch Anlass für eine scharfe Kritik der Diözese Graz-Seckau an der gegenwärtigen Asylpraxis in Österreich.

Dass ein bestens integrierter 21-Jähriger, der seit fünf Jahren im Land sei, Deutsch gelernt und erfolgreich eine Lehre absolviert habe und nun als Koch in Bad Gleichenberg arbeite, abgeschoben werden soll, „widerspricht nicht nur der christlichen Nächstenliebe, sondern ist auch zutiefst unvernünftig“, ärgert sich Erich Hohl, der diözesane Integrationsbeauftragte. Die Diözese Graz-Seckau hoffe auf eine Gesetzesänderung, damit gut integrierte Flüchtlinge mit in Österreich abgeschlossener Berufsausbildung hier um eine Rot-Weiß-Rot-Card ansuchen können.

„Integration, wie sie sein soll“

Ali Ahmed Amiri sei ein Beispiel für „Integration, wie sie sein soll“. Und obwohl er sich in einem ausgewiesenen Mangelberuf in Österreich qualifiziert habe, wurde ihm beschieden, er könne vom Ausland aus um eine Rot-Weiß-Rot-Card ansuchen, um wieder als Koch in Österreich arbeiten zu können. Es sei abgesehen vom ethischen Aspekt „wirtschaftlich unsinnig und geradezu schildbürgerlich“, Asylbewerber und -bewerberinnen, in deren Ausbildung hierzulande Zeit und Geld investiert wurde, so zu behandeln, so Integrationssprecher Hohl.

Die Diözese Graz-Seckau appellierte an die Bundesregierung, die Antragsmodalitäten für eine Rot-Weiß-Rot-Card so zu ändern, dass gut integrierte Flüchtlinge mit einer in Österreich abgeschlossenen Berufsausbildung diese Arbeitsbewilligung auch vor Ort beantragen können.

(kap - mg)

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13. August 2020, 11:16