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Österreich: Caritas-Präsident ruft zum Einsatz gegen Covid-Krise auf

Caritas-Präsident Michael Landau hat an die Menschen appelliert, in der Corona-Zeit einen eigenen Beitrag zu leisten. „In der Covid-19-Krise kann jeder einen Beitrag leisten, etwa in dem, was ich tue oder lasse“, sagte Landau im Podcast des Magazins „News“ am Freitag.

Die Krise habe die Menschen auf ihre Eigenverantwortung verwiesen, aber auch gelehrt, „dass es auf jeden einzelnen ankommt“. Positiv hob Landau hervor, dass es in Zuge der Corona-Pandemie auch zu viel „spontaner Solidarität“ gekommen sei. „Wenn wir ein Stück von der Bereitschaft, füreinander dazu sein, mitnehmen, dann werden wir aus dieser Krise gestärkt hervorgehen.“

Angesprochen auf Verschwörungstheoretiker, meinte Landau, dass die Verantwortung in diesem Punkt auch bei den Medien liege, die sich in der Berichterstattung vor allem auf Fakten stützen sollten. Eine bedeutende Rolle spiele jedoch auch das Verhalten der Bundesregierung, die faktenbasiert und von Experten beraten arbeiten sollte. „Es gibt einzelne, die dagegen arbeiten, aber in Summe hat unser Land einen gewissen Grundwasserspiegel der Nächstenliebe.“

Das Motto „Flatten-the-Curve“ (zu Deutsch: die Kurve abflachen) gelte für den Caritas-Präsidenten aktuell auch im sozialen Bereich. Bei doppelt so vielen Hilfsbedürftigen wie vor der Corona-Krise, forderte er eine Rückkehr zu einer funktionierenden Mindestsicherung und eine „Sozial-Milliarde“, um weiterhin die soziale Stabilität gewährleisten zu können.

Forderung nach zukunftstauglicher Pflege

Landau sprach sich zudem für einen Ausbau des Pflegebereiches und mehr mobile Pflege und Betreuung aus. „Wir müssen die vor uns liegende Zeit rasch nutzen, um die Pflege insgesamt zukunftstauglich zu gestalten.“ Konkret müssten Pflegebedürftige besser unterstützt, Angehörige entlastet und den Pflegeberuf aufgewertet werden. Außerdem habe die Corona-Krise die vielen, an Einsamkeit leidenden Menschen, sichtbar gemacht. „Ich würde mir sehr stark wünschen, dass wir einen Pakt gegen die Einsamkeit schließen, so wie andere Länder auch. Das wird eine Aufgabe, die wir nur gemeinsam angehen können und angehen müssen, weil es eine versteckte Not für sehr viele Menschen ist“, so Landau.

Konkret müssten Menschen, die in Berufen arbeiten, die für die Erhaltung des Systems relevant seien, mehr geschätzt werden. Landau wies dabei etwa auf Kassierer oder Pflegepersonal hin. „Damit ein Stück weit gesellschaftlich umzugehen, umzudenken, was sind die Aufgaben, die tatsächlich wichtig sind für ein funktionierendes Gemeinwesen, ist, glaube ich, eine Chance und eine Aufgabe im Sinne des Lernens aus der Krise.“

(kap - mg)

11 Juli 2020, 10:20