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Vatican News
Damaskus-Tor in Jerusalem Damaskus-Tor in Jerusalem  (AFP or licensors)

Jerusalem/Österreich: „Christen eine Perspektive geben“

Dem Heiligen Land droht die zweite Corona-Welle. Hinzu kommen noch die diplomatischen Probleme zwischen Israelis und Palästinensern, die die Lage in den Heiligen Stätten ebenfalls nicht förderlich sind. Markus Stefan Bugnyár vom österreichischen Hospiz in Jerusalem berichtet im Gespräch mit Radio Horeb über die Lage.

Wer schon einmal einen Besuch in der Altstadt von Jerusalem gemacht hat, der hat mit Sicherheit dort einen Stopp gemacht: die Rede ist vom österreichischen Hospiz. Einmal in Jerusalem Sachertorte essen, den bekannten Apfelstrudel oder andere Gerichte, auf der Dachterrasse sitzen und den Ausblick genießen... Das ist etwas ganz Besonderes in der Altstadt und das Österreichische Hospiz hat eine lange Tradition. Erst vor einem Jahr wurde ein Neubau eingeweiht, was mehr Zimmer und mehr Kapazität bedeutet.

Hier hören Sie den Beitrag von Michael Wielath

Unsere Kollegen von Radio Horeb haben mit dem Direktor des Hospizs, Pater Bugnyár gesprochen. „Es ist derzeit eine sehr bedrückende Situation, das kann man ruhigen Gewissens sagen“, so der Rektor, der das Haus seit 2004 kennt, „damals noch aus meiner Studentenzeit, dann vor allem die Dormitio“, so Bugnyar. Er habe verschiedene Umstände und politische Herausforderungen „schon erlebt“. „Ich kenne das Haus und ich habe es noch nie so leer erlebt, denn seit der internationale Flugverkehr eingestellt ist, kommen keine Pilgergruppen mehr zu uns“, erläutert der Österreicher. Es sei aber wichtig, dass die Christen im Heiligen Land wieder eine Perspektive haben könnten. Doch wie andere Städte in Israel sei auch das sonst so belebte Jerusalem menschenleer. Die Einreisebeschränkungen wurden aufgrund der steigenden Corona-Zahlen sogar bis 1. August verlängert.

Mit Gruppen von Pilgern rechnet Bugnyár erst wieder ab Oktober. Bis dahin muss er aber seinen 46-Mann-Betrieb mit den sieben Männern, die dort den Freiwilligendienst leisten, finanziell über Wasser halten. Vom Kurzarbeitsmodell dürfen nur Staatsbürger Gebrauch machen. Sieben Mitarbeiter aus dem Westjordanland und ihre Familien gehen aber leer aus. „Wir haben 10.000 Euro aus unserem Fonds genommen, und durch Spenden können wir sie jetzt unterstützen“, sagt Bugnyár.

(radio horeb - mg)

10 Juli 2020, 08:51