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Archivbild: Gedenkfeier beim früheren KZ Buchenwald Archivbild: Gedenkfeier beim früheren KZ Buchenwald  (AFP or licensors)

D: Ökumene-Gedenken im KZ Buchenwald für Neururer und Spanlang

Die katholische Diözese Erfurt und die Evangelische Kirche in Mitteldeutschland (EKM) gedenken am Samstag der österreichischen Priestermärtyrer Otto Neururer und Matthias Spanlang. Sie wurden vor 80 Jahren im Konzentrationslager Buchenwald ermordet.

Der ökumenische Gottesdienst beginnt um 10.30 Uhr auf dem ehemaligen Appellplatz der Gedenkstätte Buchenwald. Otto Neururer wurde am 25. März 1882 in Piller (Pfarrei Fließ) in Tirol geboren. Nach seiner Priesterweihe im Jahre 1907 wirkte er an verschiedenen Tiroler Orten als Geistlicher. 1932 wurde er zum Pfarrer in Götzens bestellt. Weil Neururer als damaliger Pfarrer von Götzens in Tirol einer jungen Frau von der Ehe mit einem aus der Kirche ausgetretenen geschiedenen Nationalsozialisten abriet, verhaftete ihn die Gestapo am 15. Dezember 1938 und brachte ihn zunächst ins Gefängnis nach Innsbruck, dann ins KZ Dachau und später ins KZ Buchenwald.

Auch im Konzentrationslager wirkte Neururer als Seelsorger. Als ein Mithäftling getauft werden wollte, begann er mit seinem aus dem oberösterreichischem Kallham stammenden Mitbruder Matthias Spanlang trotz Verbots den Glaubensunterricht. Die verbotene Religionsausübung wurde jedoch entdeckt. Neururer und Spanlang kamen daraufhin in Sonderhaft. Neururer wurde Ende Mai 1940 nackt und kopfüber an den Füßen aufgehängt, bis nach 36 qualvollen Stunden der Tod eintrat.

Keine Gewissheit über Todesumstände Spanlangs

Spanlangs Tod wurde vier Tage später beim Gefangenenappell im KZ Buchenwald bekannt gegeben. Man vermutet, dass er in ähnlich grausamer Weise ermordet wurde, doch es gibt keine Gewissheit über die Todesumstände.

Spanlang und Neururer, der 1996 von Papst Johannes Paul II. als Märtyrer seliggesprochen wurde, gelten als die ersten Priestermärtyrer des von 1937 bis zum 11. April 1945 bestehenden KZs Buchenwald. Von den insgesamt 250.000 dort inhaftierten Menschen starben 50.000 infolge der mörderischen Arbeits- und Lebensbedingungen oder wurden von der SS ermordet.

(kap – mg)

14 Juli 2020, 08:54