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Georg Ratzinger und sein Bruder, der emeritierte Papst Benedikt XVI. Georg Ratzinger und sein Bruder, der emeritierte Papst Benedikt XVI.  

Emeritierter Papst Benedikt XVI. besucht kranken Bruder in Bayern

Der emeritierte Papst Benedikt XVI. ist nach Deutschland geflogen. Er will seinem Bruder Georg Ratzinger nahe sein, dessen Gesundheitszustand sich verschlechtert hat, teilte der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz Georg Bätzing am Donnerstagnachmittag mit.

Er selbst begleite den Aufenthalt des emeritierten Papstes und „die Wegstrecke seines Bruders Georg” im Gebet, so Bätzing. 

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Der 93-jährige Papst emeritus landete am Donnerstag, dem 18. Juni, gegen 11:45 Uhr in München und reiste umgehend nach Regensburg weiter, wo Georg Ratzinger lebt. Am Flughafen München habe der Regensburger Bischof Rudolf Voderholzer den emeritierten Papst herzlich willkommen geheißen und auf der Weiterfahrt begleitet, teilte das Bistum Regensburg mit. Benedikt habe im diözesanen Priesterseminar Quartier genommen. Das Datum seiner Rückreise nach Rom stehe noch nicht fest. Wie der vatikanische Pressesprecher, Matteo Bruni, verlauten ließ, werde der emeritierte Papst „so lange in Deutschland bleiben, wie dies nötig ist”.

Nach Beratungen mit Papst Franziskus

Benedikt XVI. reist nach Angaben des Bistums Regensburg in Begleitung seines Sekretärs, Erzbischof Georg Gänswein, seines Arztes, seines Pflegers und einer Ordensfrau. Der Papst emeritus habe die Entscheidung für die Reise zu seinem Bruder nach Regensburg kurzfristig nach einer Beratung mit Papst Franziskus getroffen.

Georg Ratzinger ist Priester und Musiker. Er leitete über Jahrzehnte die Regensburger Domspatzen. Der Prälat, der unter anderen an einer fortschreitenden Erblindung litt, ist 96 Jahre alt. So lange es ging, besuchte er seinen Bruder mehrmals im Jahr im Vatikan, wo Benedikt seit seinem Amtsverzicht 2013 zurückgezogen lebt. Es ist das erste Mal, dass der emeritierte Papst Italien verlässt. 

„Das Bistum Regensburg bittet die Öffentlichkeit, diese zutiefst persönliche Begegnung in ihrem privaten Rahmen zu belassen“

Wie der Sprecher der Diözese Regensburg, Clemens Neck, der deutschen Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) auf Anfrage sagte, habe der emeritierte Papst seinen Bruder noch am Nachmittag besucht und sei danach „strahlend" aus dem Haus gekommen. In einer Aussendung bat das Bistum Regensburg die Öffentlichkeit, „diese zutiefst persönliche Begegnung in ihrem privaten Rahmen zu belassen". Sie sei ein Herzenswunsch der beiden hoch betagten Brüder und vertrage „weder Fotos, noch öffentliche Auftritte, noch darüber hinausgehende Begegnungen". Es sei vielleicht das letzte Mal, dass sich die beiden Brüder, Georg und Joseph Ratzinger, in dieser Welt sehen.

Der Vorsitzende der Bischofskonferenz, Bätzing, hieß den emeritierten Papst in Deutschland „mit großer Freude und Respekt" willkommen. „Wir freuen uns, dass er, der unserer Bischofskonferenz einige Jahre angehört hat, in die Heimat gekommen ist, wenngleich der Anlass ein trauriger ist.” Er wünsche dem emeritierten Papst „einen guten Aufenthalt in Deutschland und die notwendige Ruhe, um sich privat um den Bruder zu kümmern”, so Bischof Bätzing.  

(vatican news/bistum regensburg - gs/skr)

18 Juni 2020, 14:54