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Bern in Zeiten von Coronavirus Bern in Zeiten von Coronavirus  (ANSA)

Schweiz: „Haus der Religionen“ kämpft mit Finanzierungssorgen

Nach Angaben des in Bern ansässigen „Haus der Religionen“ ist die Institution „ein wenig Opfer ihres eigenen Erfolgs“. Wie Geschäftsführerin Karin Mykytjuk-Hitz erklärte, sei das Hauptproblem, dass die Ansprüche der Öffentlichkeit ans Haus in den letzten Jahren stetig gestiegen seien.

Anfang 2020 hat Mykytjuk-Hitz die Geschäftsleitung übernommen. Als man 2014 begonnen habe, hätten eine Handvoll Leute mitgewirkt. Heute beschäftige das interreligiöse Haus 17 Personen, um den Erwartungen mit diversen Aktivitäten, so etwa Führungen und Workshops, nachzukommen. In dieser Anfangszeit sei das Haus vielleicht etwas überrumpelt worden. Man habe zu wenig Zeit gehabt, sich um die Finanzierung zu kümmern. Das „Haus der Religionen – Dialog der Kulturen“ ist ein interreligiöses und interkulturelles Zentrum in Bern, in welchem Christen, Muslime, Buddhisten, Hindus, Aleviten, Juden, Sikh und Bahai vertreten sind. Das Gebäude steht in einem Dreieck zwischen der Autobahn und der Bahnlinie am Europaplatz in Bern

Preisgeld nicht nachhaltig

Zur Finanzierung habe ursprünglich auch Preisgeld beigetragen. So wurde das Haus etwa für die Förderung von Frauen im Migrationsbereich ausgezeichnet. „Nachhaltig ist das aber nicht“, so Mykytjuk-Hitz. Hingegen seien die zahlreichen Mitglieder-Spenden nachhaltig. Für diese sei man sehr dankbar.

Nun, nachdem aber diverse Anschubfinanzierungen auslaufen, braucht es neue Quellen. Diese zu finden, erweist sich als echte Herausforderung. Denn für nicht kostendeckende, bestehende Projekte gebe es vergleichsweise wenige Förder-Töpfe. „Das Schweizerische Staatssekretariat für Migration spricht Geld für Pilotprojekte, nicht aber für jene, die es schon gibt“, so Mykytjuk-Hitz.

Ertrag zur Hälfte selbst erwirtschaftet

Man müsse aber auch sehen, dass sich der Anteil der selbst erwirtschafteten Erträge erfreulich entwickelt habe: Während das Haus der Religionen am Anfang zu 100 Prozent aus Fremdgeld finanziert war, könne es inzwischen knapp die Hälfte selbst erwirtschaften. Ein Abbau des Angebots oder gar von Stellen ist für Mykytjuk-Hitz derzeit kein Thema. „Wir könnten nicht mit weniger Leuten auskommen“, sagt sie. Im Gegenteil denkt die Geschäftsführerin eher an einen Ausbau – des Angebots. So etwa könnten künftig Kochkurse angeboten werden – womit wohl auch ein neues Publikum angepeilt werden könnte. Auch könnten Angebote wie Workshops oder Führungen moderat verteuert werden.

Öffentliche Hand trägt die Hälfte bei

Die Geschäftsführerin hofft insbesondere, dass sich die Wertschätzung von Kanton und Staat künftig noch stärker finanziell niederschlägt, dass also die Beiträge der öffentlichen Hand aufgestockt werden. Die Bedeutung des Hauses sieht sie in der Förderung des gesamtgesellschaftlichen Zusammenhalts in einer multikulturellen Schweiz – auch wenn diese Wirkung nicht in einem monetär messbaren Output greifbar gemacht werden könne.

(kath.ch - mg)

25 April 2020, 11:14