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Ungarn: Hoffnung auf Papstbesuch im September

In Ungarn gibt es nach wie vor große Hoffnung auf einen Besuch von Papst Franziskus im September. Der Anlass dafür wäre der Eucharistische Weltkongress (NEK) der katholischen Kirche in Budapest.

Kardinal Peter Erdö bezeichnete die Chance auf eine Teilnahme des Papstes in einem Interview vom Freitag als realistisch. „Ich glaube fest daran, dass die Abschlussmesse vom Heiligen Vater selbst gefeiert wird“, so der Erzbischof von Budapest. Für das einwöchige internationale Großereignis ab 13. September haben sich nach Veranstalterangaben bereits rund 50.000 Teilnehmer aus 80 Ländern angemeldet. Die Schlussmesse des Weltkongresses findet nach derzeitigem Programm am 20. September auf dem Heldenplatz der ungarischen Metropole statt.

Erst vor drei Wochen hatte Ungarns Staatspräsident Janos Ader bei einer Begegnung mit dem Papst im Vatikan die Einladung an Franziskus erneuert. Wenige Tage später wurde auch Kardinal Erdö von Franziskus im Vatikan empfangen. Anfang März berichtete der staatliche TV-Sender M1 - freilich unter Berufung auf anonyme Quellen - von einem Besuch des Papstes in Budapest am 20. September.

Ausstellungen, Konzerte und Familienprogramm

Nach Erdös Angaben ist das Programm für den Weltkongress, der mit einem großen Gottesdienst im Ferenc-Puskas-Stadion von Budapest eröffnet werden soll, bereits fertig. Mehr als 4.500 Gläubige werden bei der Eröffnungsmesse am 13. September ihre Erstkommunion empfangen.

Zentraler Schauplatz der folgende Tage ist das „Hungexpo“-Messegelände. Für die Kongressteilnehmer beginnt dort jeder Tag mit einem gemeinsamen Gebet und von Bischöfen geleiteten Meditationen. Es folgen Katechesen zu Glaubensthemen, Gottesdienste und Arbeitsgruppen an den Nachmittagen. Ergänzt wird das Programm durch ein reiches Angebot u.a. an Ausstellungen, Konzerten und Familienprogramm. Dabei gibt es auch interreligiöse Akzente, etwa mit einer Veranstaltung in der Großen Synagoge Budapests, die zusammen mit dem Zentralverband der Jüdischen Gemeinden Ungarns organisiert wird.

Messe in einer Roma-Sprache geplant

Mit dem Weltkongress wolle man auch „Zeugnis von der Liebe Christi für die Menschen geben“, betonte Kardinal Erdö. Unmittelbar vor der Kongresseröffnung soll daher eine große Sozialaktion stattfinden. In zahlreichen Städten Ungarns, darunter auf dem Budapester Johannes-Paul-II.-Platz, werden am 12. September Obdachlose und notleidende Menschen bei Tafel-Veranstaltungen zu einer Mahlzeit eingeladen. „Wir essen gemeinsam, denn wir wollen nicht nur Lebensmittel verteilen, sondern zeigen, dass auch die Notleidenden zu uns gehören“, so der Kardinal.

Erstmals bei einem Eucharistischen Weltkongress wird am 17. September im Hauptprogramm auch eine Messe in Lovari, einer der Sprachen der Roma, gefeiert. „Es ist ein großes Ereignis im Leben aller Völker, wenn die Bibel in ihre Sprache übersetzt wird und die Heilige Messe in der eigenen Sprache gefeiert werden kann“, erinnerte Erdö. Während des Kongresses gibt es auch einen eigenen Workshop zur Romaseelsorge.

Budapest ist schon zum zweiten Mal Gastgeberin

Die ungarische Hauptstadt wird 2020 zum zweiten Mal nach 1938 Gastgeberin des Eucharistischen Weltkongresses. Die von der katholischen Kirche organisierte Großveranstaltung soll das Verständnis und die Verehrung des Sakraments der Heiligen Eucharistie in der Orts- und Weltkirche fördern und vertiefen. Die Weltkongresse werden seit 1881 an wechselnden Orten in zuletzt vierjährigem Abstand durchgeführt. Zuletzt war Cebu auf den Philippinen 2016 Gastgeber. Der Eucharistische Weltkongress in Budapest wird der 52. der Geschichte.

(kap – sk)
 

07 März 2020, 11:29