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Erzabt Birnbacher: „Missbrauch wird uns noch lange begleiten“

Auch wenn die Kirche bereits zahlreiche Maßnahmen zur Aufarbeitung und Prävention von Missbrauch gesetzt hat, wird bzw. muss die Problematik auch weiterhin ganz oben auf der Agenda stehen.

Das hat der Salzburger Erzabt und Vorsitzende der Österreichischen Ordenskonferenz, Korbinian Birnbacher, in der Wochenzeitung „Die Furche“ betont. „Was wir unter keinen Umständen tun dürfen, ist, abschließend zu sagen: Jetzt hat jeder die Gelegenheit gehabt, seinen Fall vorzutragen, und jetzt ist Schluss. Das wäre fatal, weil ich von Betroffenen weiß, wie lange es tatsächlich braucht, dass man überhaupt einmal reden kann“, so der Erzabt.

„Die Opfer, die Betroffenen, die wir in erster Linie im Blick haben müssen, sind noch da. Sie leiden immer noch. Es muss unsere erste Bewährungsprobe sein, dass wir ihnen glaubwürdig helfen, soweit es eben geht.“

„Das muss uns auch weh tun, denn es hat ja auch den Opfern weh getan“

Wege einer Anerkennung zu finden und eine gewisse Form von Schmerzensgeld zu gewähren, könne auch keine Kleinigkeit sein, „das muss uns auch weh tun, denn es hat ja auch den Opfern weh getan“, sagte Birnbacher.

Er repräsentiere ein Kloster, „einen Ort, wo eigentlich hätte Schutz erfahren werden sollen, aber das Gegenteil der Fall gewesen ist“, räumte der Erzabt ein. Das könne man als heutiger Verantwortungsträger nicht einfach billig abwimmeln und sagen: „Geht mich nichts an, ich war nicht schuld.“

(kap – sk)
 

30 März 2020, 13:58