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Vatican News
Silhouette der Dresdener Frauenkirche Silhouette der Dresdener Frauenkirche  (ANSA)

Post aus dem Vatikan löst Debatte um „synodalen Weg“ aus

Deutsche Kirchenvertreter reagieren mit Kritik auf die Einwände des Vatikan gegen die geplante Reformdebatte der deutschen katholischen Kirche.

„Es ist erschreckend: Offenbar ist in Rom immer noch nicht verstanden worden, in welcher gewaltigen Krise die katholische Kirche nicht nur in Deutschland, sondern weltweit steckt.“ Das schreibt der Essener Generalvikar Klaus Pfeffer am Freitag in einem Facebook-Beitrag. „Wer heute immer noch glaubt, in der Kirche mit machtvollen Warnungen oder gar Drohungen Diskussionen im Keim zu ersticken, löst kein einziges Problem - im Gegenteil: Zerwürfnisse und Risse werden massiv verstärkt.“

Der Vatikan bekundete in einem am Freitag bekannt gewordenen Brief sowie in einem Gutachten Vorbehalte zu dem ab Dezember geplanten „synodalen Weg“ der deutschen Bischöfe und des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK). Die Themen beträfen auch die Weltkirche und könnten „mit wenigen Ausnahmen nicht Gegenstand von Beschlüssen und Entscheidungen einer Teilkirche sein“.

“ Vorbereitungen werden fortgesetzt ”

Bei dem „synodalen Weg“ soll in Folge des Missbrauchsskandals über die Themen Macht, Sexualmoral, priesterliche Lebensform sowie die Rolle von Frauen gesprochen werden. Eventuelle synodale Beschlüsse der Deutschen könnten erst nach Prüfung und Anerkennung durch den Papst Gültigkeit erlangen, so der Vatikan. Auf Kritik stößt auch die Gleichberechtigung von Bischöfen und Laien bei den Abstimmungen.

ZdK-Präsident Thomas Sternberg betonte, die Vorbereitungen zur Durchführung des „synodalen Wegs“ würden fortgesetzt. Die Deutsche Bischofskonferenz teilte mit, das Gutachten aus Rom beziehe sich auf eine inzwischen überholte Entwurfsfassung der Satzung für den „synodalen Weg“. Einige der kritisierten Textpassagen seien gestrichen worden. Der Vorsitzende der Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, werde kommende Woche in Rom Gespräche führen, um „etwaige Missverständnisse“ auszuräumen. Sternberg erklärte, das ZdK unterstütze Marx in diesem Vorhaben. Und weiter: „Glaubt irgendjemand, man könne in einer solchen Krise der Kirche das freie Gespräch, das nach Ergebnissen und notwendigen Reformschritten sucht, unterdrücken?“

(kna – sk)
 

14 September 2019, 10:21