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Treffen zwischen Papst Franziskus und dem emeritierten Papst Benedikt XVI. 2016 Treffen zwischen Papst Franziskus und dem emeritierten Papst Benedikt XVI. 2016  (Vatican Media)

D: Gänswein bemängelt Papstkritik aus Deutschland

Erzbischof Georg Gänswein, Privatsekretär des zurückgetretenen Papstes Benedikt XVI., nimmt ihn gegen kritische Reaktionen „besonders aus seiner Heimat“ in Schutz. Das sagte Gänswein an diesem Donnerstag in Rom, wie die Katholische Nachrichten-Agentur berichtet. Der Präfekt des Päpstlichen Hauses betont die Übereinstimmung mit dessen Nachfolger als Papst.

Wenn Benedikt Stellung beziehe, gebe es in Deutschland immer auch Kritik und Skepsis. Das sei anderswo anders, etwa in den USA, so der Erzbischof. Gänswein äußerte sich bei einer Buchvorstellung an der Lateranuniversität. Das Werk war im Nachgang zu einem Aufsatz des seit 2013 emeritierten Papstes über das Verhältnis von Christen und Juden entstanden. Nach der Veröffentlichung im Juli 2018 hatte Benedikt Kritik etwa von jüdischer Seite einstecken müssen.

Eine Kontroverse mit brüderlichem Ausklang

In der Jüdischen Allgemeinen hatte der Wiener Oberrabbiner Arie Folger eine Replik auf den in der theologischen Zeitschrift Communio veröffentlichten Aufsatz gegeben. Weitere Korrespondenz folgte, bis der Streit zwischen beiden im Januar dieses Jahres bei einer Begegnung im Vatikan beigelegt werden konnte. Der Verlag San Paolo hatte die Kontroverse nun in einem italienischen Buch veröffentlicht. Rabbi Folger bestätigte dabei die Meinungsverschiedenheit, aber auch den gemeinsamen Wunsch, „die Brüderlichkeit zu vertiefen und unsere jeweilige Frömmigkeit auszuleben und Gott zu dienen – jeder, wie er das nach seiner Tradition versteht“.

Nicht alles ernstzunehmen

Erzbischof Gänswein, der als Präfekt des Päpstlichen Hauses auch dem amtierenden Papst Franziskus zuarbeitet, betonte die Übereinstimmung zwischen dem 92-jährigen Benedikt und seinem Nachfolger. Die öffentlichen Äußerungen des emeritierten Papstes seien „Gebetsfrüchte“, aber „dass daraus manchmal Polemiken geschmiedet werden, sind üble Früchte, die es eben gibt, aber die darf man nicht ernst nehmen“.

(kna – fr)

17 Mai 2019, 16:28