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Ein ökumenischer Gottesdienst in Osnabrück mit Bischof Bode - Archivbild von 2017 Ein ökumenischer Gottesdienst in Osnabrück mit Bischof Bode - Archivbild von 2017 

Bischof Bode: Kritik und Verständis für „Maria 2.0“

Mit einer Mischung aus Kritik und Verständnis blickt Bischof Franz-Josef Bode auf die am Wochenende zu Ende gegangene Frauenprotestaktion „Maria 2.0“. Die rasche Ausbreitung der Initiative habe ihn überrascht, sagte der Osnabrücker Bischof der Katholischen Nachrichtenagentur am Sonntag.

„Andererseits kommt diese Aktion für mich nicht unerwartet, denn die Ungeduld der Frauen ist groß, wenn es um echte Partizipation an den Diensten und Ämtern der Kirche geht“. Bode ist in der Deutschen Bischofskonferenz für das Thema Frauen zuständig.

Die Protestaktion habe darauf hinweisen wollen, welche Lücken es in der Kirche gebe, wenn Frauen fehlten. „Ob der zugeklebte Mund der Gottesmutter das gut verdeutlicht, wage ich zu bezweifeln, und dem Boykott der Eucharistiefeier - sogar mit einer eigenen Mahlfeier vor der Kirche - kann ich gar nicht folgen“, so Bode.

Eucharistie kann kein Instrument des Protests sein

„Die Eucharistie kann kein Instrument eines solchen Protests sein. Man könnte auf andere Weise deutlich machen, dass das Fehlen der Frauen auch die Eucharistiefeier hart träfe.“

Dennoch müsse die „Herausforderung durch die Frauen, die ja zumeist aus der Mitte unserer Gemeinden kommen“, sehr ernst genommen werden. Der synodale Weg, den die deutsche Kirche beginnen will, müsse sich damit auseinandersetzen. „Denn die Befassung mit Partizipation, Gewaltenteilung, Klerikalismus und auch mit der konkreten Aufarbeitung des Missbrauchsskandals hängt wesentlich vom Miteinander von Männern und Frauen ab, weil die Kompetenz, die Frauen und Mütter in diese Debatten einbringen, unersetzlich ist.“

“ Spaltungen? Das ist nicht nur Medienmache ”

Der Bischof verweist auf die Selbstverpflichtung der Deutschen Bischofskonferenz, nach der mindestens 30 Prozent der Leitungsämter in den Diözesen mit Frauen besetzt werden müssen. „Eine solche Selbstverpflichtung gibt es wohl in keiner anderen Bischofskonferenz der Welt.“ Außerdem wirbt Bode für eine „Kultur des Dialogs und des differenzierten Handelns“, sonst drohten „tatsächlich Spaltungen“.

„Es geht ja nicht um eine Spaltung der Bischofskonferenz, sondern um die Spaltung im Volk Gottes, dessen Sehnsucht nach neuen Wegen unüberhörbar ist. Das ist nicht nur Medienmache, wie immer wieder mal behauptet wird. Es wird zu Spaltungen kommen, wenn fundierte Reformforderungen nicht ernst genommen werden und wir in den Veränderungen der Welt nicht auch zu neuen Antworten kommen.“

(vatican news – sk)
 

19 Mai 2019, 16:03