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Vatican News
Villa des Malteserordens auf dem römischen Aventin Villa des Malteserordens auf dem römischen Aventin  (ANSA)

Migrationspolitik: Malteserorden fordert Ansatz in Herkunftsländern

Albrecht Boeselager, Großkanzler des Souveränen Malteserordens, fordert den Beginn der Migrationspolitik Europas schon in den Heimatländern der Zuwanderer. Dies sei mittels Sprachkursen und Ausbildungen möglich.

Boeselager erklärte in einem Interview mit den Wochenzeitungen der deutschen Verlagsgruppe Bistumspresse, dass beispielsweise die Philippinen schon Krankenschwestern ausbildeten, diese lernten Deutsch und kämen dann nach Deutschland. Der für die Außenpolitik zuständige Jurist räumte zwar ein, dass die Einführung solcher Programme kompliziert sei, dies dürfe jedoch nicht abschrecken, denn dadurch würden neue Perspektiven eröffnet und Deutschland könne einen Teil des Bedarfs an Pflegepersonal decken.

Migranten helfen der eigenen Heimat

Gleichzeitig profitierten Menschen in den Herkunftsländern davon, dass Migranten rund 30 Prozent ihres Einkommens in die Heimat zurückschickten. Mit rund 600 Milliarden Euro pro Jahr überstiegen solche Rückzahlungen sogar die rund 140 Milliarden Euro an Entwicklungshilfe weltweit, betont Boeselager. Angesichts des zu erwartenden Zustroms an Flüchtlingen müsse man sich klügere Lösungen einfallen lassen als Zäune und Mauern.

Es brauche eine großzügigere Einwanderungspolitik mit klaren Regeln, forderte Boeselager in diesem Zusammenhang. Europa müsse zusammenstehen und zu einer gemeinsamen Haltung in der Migrationsfrage kommen. Um auch einen skeptischen Teil der Bevölkerung zu überzeugen, sei es wichtig, wieder mehr über Fakten und weniger über Emotionen zu reden, auch darüber, dass über 25 Prozent der 2015 mit dem Flüchtlingszuzug nach Deutschland gekommenen Menschen bereits Arbeit hätten, so der Großkanzler.

Der Souveräne Malteserorden ist dem Heiligen Stuhl unterstellt und zugleich ein eigenes Völkerrechtssubjekt. Derzeit unterhält er diplomatische Beziehungen zu 107 Staaten.

(kap – ck)
 

18 Januar 2019, 11:38