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Der St. Pöltener Bischof Alois Schwarz, ehemaliger Bischof von Gurk-Klagenfurt Der St. Pöltener Bischof Alois Schwarz, ehemaliger Bischof von Gurk-Klagenfurt 

Österreich: Prüfbericht des Bistums Gurk-Klagenfurt geht nach Rom

Der St. Pöltner Bischof Alois Schwarz sieht im Rohbericht zur wirtschaftlichen Gebarung des Bistums Gurk in seiner Ära die „Einhaltung der gesetzlichen Vorschriften“ bestätigt. Das hat der frühere Kärntner Bischof in einer schriftlichen Stellungnahme am Montagabend gegenüber Kathpress betont.

Es hätten keine Tätigkeiten stattgefunden, die den Bestand des Bistums gefährden oder seine Entwicklung wesentlich beeinträchtigen hätten können. Gleichzeitigt begrüßt der Bischof das Einschreiten der vatikanischen Bischofskongregation, die am Montag die Leitung der Diözese überraschend angewiesen hatte, den Bericht zuerst an die Bischofskongregation zu übermitteln und die für Dienstag angekündigte Pressekonferenz zum Prüfbericht abzusagen.

Personelle Änderungen im Bistum

Unterdessen hat der Kärntner Diözesanadministrator Engelbert Guggenberger mehrere Änderungen im Bistum und in der Diözese Gurk-Klagenfurt für die Zeit der Sedisvakanz verfügt. Das Bistum und die Finanzkammer der Diözese werden unter neue Führung gestellt, die wirtschaftlichen Erträge des Bistums zweckgewidmet für die Seelsorge der Diözese und die Entscheidungs- und Kontrollgremien von Diözese und Bistum miteinander verschränkt. Das teilte die diözesane Pressestelle am Dienstag mit. Als weitere Maßnahme soll ab 2019 erstmals auch ein Jahresrechnungsabschluss des Bistums und somit des bischöflichen Mensalguts sowie des Domkapitels präsentiert werden.

Guggenberger habe die Maßnahmen in Absprache mit dem Domkapitel getroffen und auf die Dauer des unbesetzten Kärntner Bischofsstuhls beschränkt, geht aus der Mitteilung hervor. „Über die Zeit danach hat der neue Bischof zu entscheiden“, heißt es weiter. Basis für die Veränderungen seien die Zahlen und Daten, welche die externe Prüfung der Diözese ermittelt habe, sowie auch Feststellungen der „Arbeitsgruppe Bistum“.

Bei den personellen Veränderungen wies Guggenberger ausdrücklich darauf hin, dass sich in der nicht veröffentlichten Wirtschaftsprüfung „kein wie immer geartetes, persönlich schuldhaftes Verhalten der beiden ausscheidenden Amtsträger“ gezeigt habe. Dies betreffe einerseits den wirtschaftlichen Geschäftsführer des Bistums, Andreas Maier, der seine Funktion an den Ökonom des Gurker Domkapitels, Stiftspfarrer Gerhard Christoph Kalidz, übergibt. Ihm zur Seite stehen Georg Rösslhuber für den Forstbereich, Michael Frohnwieser und Franz Resch für den Hotelbereich St. Georgen sowie Franz Schils für den Bereich Bildungshaus St. Georgen. Auch der diözesane Finanzkammerdirektor Walter Walzl legt seine Funktion zurück, wobei bis auf weiteres der frühere Finanzkammerdirektor und Ökonom der Diözese, Franz Lamprecht, diese Aufgaben übernimmt.

Schwarz: „Kirchenrechtlich korrekter Weg“

Der ehemalige Gurker Bischof Alois Schwarz zeigte sich bei Bekanntwerden der Intervention aus Rom gegenüber Kathpress „dankbar, dass die Bischofskongregation die Entscheidung getroffen hat, den kirchenrechtlich korrekten Weg einzufordern. Der Wille zur Wahrheit ist auch der Wille zu klaren Regeln und zu Transparenz.“ Bischof Schwarz erinnerte, dass er seit seinem Schreiben nach Rom im Juli auf Rückmeldung und Klärung warte. Dass die vatikanische Bischofskongregation jetzt klare Weisungen an die Diözesanleitung in Kärnten erteilt habe, „war für mich ebenfalls überraschend - dass sie tätig werden, nicht“.

Zum Gesamtvorgang hält der jetzige St. Pöltner Bischof fest: „Über mich als amtierenden Bischof wurde keine päpstliche Visitation angeordnet; ich habe von Beginn an mein Interesse an den Ergebnissen der wirtschaftlichen Prüfung bekundet. Gleichzeitig ist es genau so vorgesehen, wie es nun stattfindet: eine Gesamtbeurteilung des Wirkens eines Bischofs wird von der zuständigen Kongregation für die Bischöfe in Rom vorgenommen, nicht vom interimistischen Leiter einer Diözese“, womit Schwarz den Kärntner Diözesanadministrator Engelbert Guggenberger meint.

Guggenberger: „Großer Schaden für das Ansehen der Kirche“

Guggenberger hatte sich am Montag nach Bekanntwerden der Weisung aus Rom betroffen gezeigt. Er werde die Weisung selbstverständlich befolgen, meinte er gegenüber der APA: „Dem Ansehen der Kirche wird dadurch großer Schaden zugefügt, weil die Wahrheit auf diese Weise behindert wird. Dass sie ganz verunmöglicht wird, glaube ich aber nicht.“ Bei dieser Weisung könne es sich nur „um einen weiteren Versuch des Verschiebens, der Wahrheit in die Augen zu sehen, handeln“, fügte Guggenberger hinzu.

Demgegenüber hält Bischof Schwarz in seiner Stellungnahme nun fest, dass die Bischofskongregation in Rom für die Bischöfe und die Diözesen die zuständige Behörde sei. „Die Unterstellung, dass durch ihr Tätigwerden Vertuschung und nicht Klarheit entsteht, wird der römischen Behörde nicht gerecht. Sowohl für den Herrn Diözesanadministrator als auch für mich ist dadurch Unabhängigkeit endlich gewährleistet“, so Schwarz, der gleichzeitig in der Sache seine neuerliche „Bereitschaft zu einer gemeinsamen Stellungnahme mit Administrator Guggenberger“ bekundet.

(kap - cs)

11 Dezember 2018, 15:05