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Innenminister Horst Seehofer Innenminister Horst Seehofer  (ANSA)

D: Seehofer fordert Selbtorganisation von Muslimen

Vor der Deutschen Islamkonferenz am Mittwoch lebt die Debatte um die Ausbildung von Imamen und die Selbstorganisation der Muslime wieder auf. Innenminister Horst Seehofer (CSU) fordert die muslimischen Religionsgemeinschaften auf, sich so zu organisieren, damit sie den Anforderungen des Religionsverfassungsrechts für eine Kooperation mit dem Staat gerecht werden.

Dabei gehe es auch darum, „ausländische Einflussnahme dadurch zu ersetzen, dass Deutschlands Muslime nicht nur Organisation und Finanzierung ihrer Gemeinden selbst in die Hand nehmen, sondern auch die Imam-Ausbildung an ihre Bedürfnisse anpassen". Das schreibt der Politiker in einem Gastbeitrag in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.

Der Zentralrat der Muslime in Deutschland sieht bei der Ausbildung von Imamen auch die Politik gefordert. So müsse festgelegt werden, „wie und dass die Imam-Ausbildung in Deutschland organisiert und finanziert werden soll". Das sagte der Zentralratsvorsitzende Aiman Mazyek dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Dabei spielten die Hochschulen eine Rolle, entsprechende Institute und die Anerkennung in den Moscheen.

“ Ein Islam in, aus und für Deutschland ”

Das Thema „Imam-Ausbildung in Deutschland" steht bei der Islamkonferenz auf der Tagesordnung. Daneben soll es laut Seehofer um alltagspraktische Themen gehen. Im Zentrum stehe die Frage, „wie sich der muslimische Glaube und die mit ihm verknüpften Überzeugungen und Bräuche mit der in Deutschland gewachsenen Kultur und den Werten unserer Gesellschaft im Alltag besser in Einklang bringen" ließen. Von den Konferenz-Teilnehmern erhoffe er sich Einblicke in erfolgreiche Integration, aber auch offene Berichte über Probleme im Alltag. Als Heimatminister werde er die deutschen Muslime in ihrer Vielfältigkeit mit den Instrumenten seines Ministeriums „dabei unterstützen, ihre deutsche und muslimische Identität zu stärken und die Identifikation mit ihrer deutschen Heimat zu fördern". Ziel sei „ein Islam in, aus und für Deutschland".

„Das darf man nicht der Beamtenebene überlassen"

Der Grünen-Politiker Volker Beck sprach sich unterdessen für eine Neuausrichtung der Religionspolitik in Deutschland aus. Sie sei „in den letzten Jahren stiefmütterlich und nachlässig von Parteien und Regierungen behandelt" worden. Dies sagte er der Neuen Osnabrücker Zeitung. Es brauche mehr Koordination zwischen Ländern und Bund. „Das darf man nicht der Beamtenebene überlassen. Es ist Zeit für die Einrichtung einer Religionsministerkonferenz", so Beck. Beck war lange religionspolitischer Sprecher seiner Partei  und ist heute Lehrbeauftragter am Centrum für Religionswissenschaftliche Studien der Ruhr-Uni Bochum.

(kna - hs)

27 November 2018, 11:33