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Warnung vor der Armutsfalle für Frauen in Deutschland Warnung vor der Armutsfalle für Frauen in Deutschland  (AFP or licensors)

D: Frauen in der Armutsfalle

Geringe Einkommen in Sorge- und Pflegeberufen, zeitlich unflexible Kinderbetreuungseinrichtungen, ungerechte Aufteilung der Familienarbeit und Minijobs – das sind die Hauptgründe dafür, dass die Armutsfalle bei Frauen in Deutschland weitaus häufiger zuschnappt als bei Männern.

Auf einer gemeinsamen Tagung in Berlin warnten der Deutsche Caritasverband (DCV), der Katholische Verband für Mädchen- und Frauensozialarbeit (IN VIA) und der Sozialdienst katholischer Frauen (SkF) davor, dass familiäre Konstellationen oft die weiblichen Berufsbiographien behinderten. Oft auch reiche die Entlohnung von Frauen nicht zur Existenzsicherung aus.

Förderung von Vollzeitarbeit für Mütter


Krankheit und Tod des Partners oder Trennungen erweisen sich als weitere Damoklesschwerter über Frauenköpfen. Renate Jachmann-Willmer, Bundesgeschäftsführerin des SkF, fordert gezielte Unterstützungsmodelle. „Dazu gehört für uns, dass vollzeitnahe oder Vollzeiterwerbstätigkeit für Mütter und die Übernahme von Leitungsaufgaben auch in Teilzeit aktiv gefördert werden“, sagt Renate Jachmann-Willmer.

Rechtliche Maßnahmen zur Stärkung der Frauen

Die Steuerklasse V sollte abgeschafft werden, hierbei beantragen die beiden Ehegatten oder Lebenspartner, den anderen Gatten oder Partner in die Steuerklasse vier einzureichen. Bei stark unterschiedlichen Einkommen erweist sich dies langfristig als nachteilig für die Frauen. Eine Reform des Ehegüterrechts zur Errungenschaftsgemeinschaft fordert Eva M. Welskop-Deffaa, Vorstand Sozial- und Fachpolitik des DCV. „Zeiten der Kindererziehung und der Sorge für Angehörige sind bei der Rente stärker zu berücksichtigen.“

(pm - hoe)
 

01 Oktober 2018, 13:23