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D: Bischof Fürst setzt Papier zum Kommunionempfang um

Das Bistum Rottenburg-Stuttgart setzt die von der Deutschen Bischofskonferenz veröffentlichte Orientierungshilfe zum Kommunionempfang in konfessionsverbindenden Ehen in Kraft.

Demnach können mit Katholiken verheiratete evangelische Christen in Einzelfällen auch im katholischen Gottesdienst die Kommunion empfangen. Ein entsprechendes Schreiben richtete Bischof Gebhard Fürst an alle Mitarbeiter in der Seelsorge, wie das Bistum am Donnerstag mitteilte. Fürst bedauert allerdings, dass „wir Bischöfe keine einheitliche, für alle Orientierung gebende Praxis gefunden haben, die in allen deutschen Diözesen Gültigkeit besitzt“.

„Ich möchte, dass die Orientierungshilfe in unserer Diözese zukünftig beachtet wird“, so Fürst. Die neuen Regeln seien von „hoher theologischer Qualität“ und sie gehen sehr sensibel mit den Fragen und Nöten der betroffenen Familien um, so der Bischof weiter. „Wenn wir uns nach dieser Orientierungshilfe richten, dann werden wir die Situation der konfessionsverbindenden Ehepaare entscheidend verbessern können und dennoch den gültigen Rechtsrahmen unserer Kirche nicht verletzen“.

Weitere Fragen werden geklärt

 

Weiter informierte der Rottenburger Bischof darüber, dass eine diözesane Arbeitsgruppe sich derzeit um noch offene Fragen kümmere. Vorrangig geht es dabei um die Klärung von Details bei der Umsetzung der Orientierungshilfe wie beispielsweise die Dokumentation von Gesprächen. 

„Konfessionsverbindende Ehen liegen mir seit langem sehr am Herzen“, betonte Bischof Fürst in seinem Schreiben. Laut Statistik für das Jahr 2016 machten diese in der Diözese Rottenburg-Stuttgart 45 Prozent der Eheschließungen aus. Trotz ihres beträchtlichen Anteils würden diese Ehepaare vielerorts in den Kirchengemeinden nur unzureichend wahrgenommen.

Keine einheitliche Linie

 

Die deutschen katholischen Bischöfe hatten in ihrem im Februar mit Dreiviertelmehrheit verabschiedeten Papier betont, evangelische Ehepartner könnten im Einzelfall und unter bestimmten Voraussetzungen die Kommunion empfangen.

Nach intensivem Ringen, auch mit dem Vatikan, verständigten sie sich darauf, den Text als „Orientierungshilfe“ und nicht als verbindliches Dokument zu veröffentlichen. Damit entscheidet jeder Bischof selbst über den konkreten Umgang mit dem Thema in seiner Diözese. Mehrere Ortsbischöfe hatten in den vergangenen Tagen erklärt, die Orientierungshilfe umzusetzen.

(kna - mf)

13 Juli 2018, 11:21