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Schweiz: „Kommunionstreit“ schlägt keine hohen Wellen

Seit Wochen wird in Deutschland darüber debattiert, ob reformierte Ehepartner von Katholiken zur Kommunion gehen dürfen. Die Schweizer Bischofskonferenz (SBK) beobachtet den Diskurs, eine Handreichung zum Thema ist jedoch nicht vorgesehen.

Urban Federer, Abt des Klosters Einsiedeln und in der SBK zuständig für den Sakramentenempfang, baut persönlich auf den Gewissensentscheid der Gläubigen. „Selbstverständlich verfolgt die SBK die gegenwärtigen Diskussionen in Deutschland“, schreibt Abt Urban Federer auf Anfrage des Nachrichtenportals kath.ch. Seitens der SBK gebe es keine Regelung zu diesem Thema, es sei auch keine vorgesehen. Dennoch schauten die Schweizer Bischöfe mit Interesse auf den Fortgang der Diskussion in Deutschland und Rom, denn diese „hat auch einen Einfluss auf die Schweiz, wo ebenfalls viele konfessionell gemischte Ehepaare leben.“

Persönlich möchte Federer eine solche Diskussion in der Schweiz nicht führen, da es sich von außen betrachtet immer mehr um einen Disput unter Bischöfen zu handeln scheine: „Die pastorale Zielsetzung der Diskussion, nämlich die betroffenen Ehepaare in der Frage des Kommunionempfangs zu begleiten, gerät dabei immer mehr in den Hintergrund“, so Federer.

 

“ Wir gehen dabei davon aus: Wer Amen sagt, meint auch Amen. ”

 

Aus der Praxis weiß der Abt von Einsiedeln, dass an einem solchen Wallfahrtsort, „wo sehr viele Menschen hin pilgern und zur Kommunion kommen“ nicht alle persönlich begleitet werden könnten. Hier „werden wir weiterhin auf den Gewissensentscheid der einzelnen Gläubigen bauen“, so Federer pragmatisch. „Wir gehen dabei davon aus: Wer Amen sagt, meint auch Amen.“

„Der so genannte Kommunionstreit ist für die Schweiz nicht relevant“, sagt auch der Theologe Andreas Heggli gegenüber kath.ch. Denn die Praxis sei in dieser Frage schon viel weiter: „Wenn ein konfessionell gemischtes Ehepaar, das religiös praktizierend ist, in der Schweiz beim gemeinsamen Gottesdienstbesuch auch gemeinsam zur Kommunion geht, wird kein Seelsorger ihnen diese verweigern.“ Heggli ist Mitglied des Koordinationsteams der Allianz „Es reicht“, welche sich für Reformen innerhalb der katholischen Kirche einsetzt. Die Allianz hat allerdings zum Thema derzeit noch nicht Stellung genommen.

(kath.ch – mg)

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10 Juni 2018, 14:08